17. September 2020 | Henning Sieverts: Blauer Reiter

„Der Münchener Kontrabassist und Cellist Henning Sieverts ist bekannt für seine konzeptionell durchdachten Kompositionen, die mitunter komplexe, ambitionierte Züge annehmen können.Vergleichsweise zugänglich klingt hingegen sein … Album ‚Blauer Reiter‘. Die auf ihm enthaltenen Stücke sind inspieriert von den Bildern der gleichnamigen Künstlergruppe und ihrem Umfeld, das 1911 bis 1914 maßgebliche Impulse für die Entwicklung der modernen Kunst setzte. […] Insgesamt strebt Siverts ‚Blauer Reiter‘ sicher nicht danach, dieselbe revolutionäre Kraft wie seinerzeit die Farbenkünstler zu entwickeln. Gleichwohl bietet er mit seinem Quartett viele kurzweilige Momente und lässt rund 85 Minuten flugs vergehen.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2020


9. Oktober 2020 | Jakob Dobers & Band: Der Rest vom Licht


„Das kommt auch nicht allzu oft vor, dass die Musik eines deutschen Singer/Songwriters mit dem Sound und der Haltung der Siebzigerjahre-US-Band The Modern Lovers um Jonathan Richman assoziiert wird. Jakob Dobers wird diese Ehre zuteil. Nach vier Alben mit der Band Zimtfisch hat der Berliner aus dem Hamburger Raum mit ‚Der Rest vom Licht‘ sein erstes Soloalbum aufgenommen. Mit reifen 50.“
Journal Frankfurt, Oktober 2020


10. Dezember 2020 | Markus Orths: Picknick im Dunkeln

„Warum ist es plötzlich so dunkel? Stan Laurel sucht nach Halt, doch seine Finger greifen überall ins Leere. Dann stolpert er über etwas ziemlich Großes und glaubt, seinen Partner Oliver Hardy wiedergefunden zu haben. Doch der ist schon lange tot. Aber der dicke Mann, der ihn in ein philosophisches Gespräch verwickelt, stellt sich nach einiger Zeit als Thomas von Aquin vor. Eine komplett groteske Ausgangsidee, die Markus Orths zum Ausgangspunkt seines Romans ‚Picknick im Dunkeln‘ gemacht hat. Das Ergebnis ist ein tiefgründiges Buch zwischen Albernheit und Erkenntnis.“
Journal Frankfurt, Dezember 2020


15. Dezember 2020 | Hölderlin in Frankfurt: Ursula Illert, Jochen Nix und Bastian Fiebig

„Das Hölderlin-Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Da lassen sich noch einmal zwei altvertraute Stimmen im Namen des Dichters vernehmen, der vor 250 Jahren geboren wurde. Für die Schauspieler und Sprecher Jochen Nix und Ursula Illert ist der Himmelsstürmer aus dem Schwabenland ‚unser wahrscheinlich größter Dichter‘. Mit einem Abend über ‚Hölderlin in Frankfurt‘ gaben sie ihm nun die vorläufig letzte Ehre im ‚Corona-Kanal‘ der Romanfabrik. Nix hatte ihn konzipiert und trug vor allem Gedichte und andere Originaltexte vor, Illert steuerte darüber hinaus die parallelen biographischen Daten bei, und Bastian Fiebig füllte die Pausen mit seinem quietschenden Saxophon.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2020


16. Dezember 2020 | Wolfgang Bunzel (Frankfurt) & Paul Michael Lützeler (St. Louis): Das Europa der Romantik (Café Europa)

„Am achten Abend der Reihe ‚Café Europa‘ ging es um ‚Das Europa der Romantik‘. Im Mittelpunkt standen der ganz unromantische Napoleon und die Französische Revolution, die ihn an die Spitze Frankreichs gebracht hatte und als Reaktion ein supranationales Nachdenken über Europas Nationen auslöste. […] Hohmann versuchte das abwesende Publikum zu vertreten. Er sah in der Französischen Revolution den Auslöser der Europa-Debatte. Lützeler widersprach: ‚Die Revolution hat das Denken über die Nationen in Gang gesetzt, kein Denken über Europa.‘ Bunzel bedauerte: ‚Wir haben uns abgewöhnt, Ideale und Visionen zu haben, weil wir gebrannte Kinder sind.‘ Es gebe keine großen Europäer mehr, weil sich keiner mehr traue, über die Institutionen hinaus zu denken.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.20

4. Januar 2020 | Michael Wollny: Neujahrskonzert 2020

„Beim Improvisator Wollny fließt ein, was gerade anliegt. Eine Solo-Impro wie in der Romanfabrik nennt er eine totale Überforderung im Vertrauen darauf, so lange neue Ideen zu haben, bis sie sich auflöst. Wie er vom Stillen zum Pathos und ins Abwägende oder Träumerische überlenkt, wie er erst pünktelt, dann clustert und sich zuletzt über die Saiten des Flügels hermacht, als suche er in den Eingeweiden den mysteriösen G-Punkt, ist so unauslotbar wie ein tiefer Brunnen.“
Frankfurter Rundschau, 6.01.2020


14. Januar 2020 | Lukas Bärfuss: Malinois


„Schwergängig, selten vergnügt und noch seltener gutmütig sind die Erzählungen in Lukas Bärfuss’ Band „Malinois“. […] Eine Unbehaglichkeit an der eigenen Existenz verspüren viele Figuren im Werk des Schweizer Georg-Büchner-Preisträgers. In den Erzählungen kann das eruptiv ausbrechen oder lähmend über einem wackeren Weitermachen liegen. […] Jede der 13 Geschichten bietet ausreichen Stoff, um damit einen Roman zu beginnen. Oder ein Theaterstück um ihn herum zu bauen. […] Die 13 Erzählungen stammen Bärfuss zufolge aus einem Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren, zum Teil sind sie bisher unveröffentlicht, zum Teil einmal in heute eingestellten Zeitschriften oder vergriffenen Anthologien erschienen. „Und manche haben nicht länger als einen einzigen Tag gelebt; sie verschwanden mit den Zeitungen, in denen sie abgedruckt wurden“, schreibt Bärfuss, der weiß, wie man Menschen traurig macht.“
Frankfurter Rundschau, 7.01.2020


23. Januar 2020 | Bob Degen Trio: Jazz

„Der Pianist Bob Degen zeigt sich auch im Trio in der Romanfabrik als begnadeter Klanggestalter.Wer ihn nicht kennt, kennt die Frankfurter Jazzszene nicht. Dabei hat Bob Degen aus Scranton, Pennsylvania, der seit nahezu einem halben Jahrhundert in der hiesigen Region verwurzelt ist, allerdings selbst schon immer viel dazu beigetragen, um nicht aufzufallen. Auch auf der Bühne der Romanfabrik, wo er jetzt wieder einmal im Trio zu hören war, ist er von einer austernhaften Verschwiegenheit. […] So waren es bei Stücken von Thelonious Monk bis Heinz Sauer und vielen eigenen Kompositionen vor allem die wunderschönen Einleitungen am Klavier, die aufhorchen ließen und demonstrierten, welch kluger Klanggestalter da am Flügel des Hauses saß.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2020


1. Februar 2020 | Junge Deutsche Philharmonie: Saitenwechsel (Die Musik Europas II)

„Musikerinnen und Musiker der Jungen Deutschen Philharmonie huldigen der Gattung des Streichquartetts. Im zweiten Teil der Reihe ‚Die Musik Europas‘ geht die Junge Deutasche Philharmonie unter dem Titel ‚Saitenwechsel‘ einem europäischen Exportschlager nach, der sich seit mehr als drei Jahrhunderten weit über nationale und kulturelle Grenzen hinaus entwickelt hat: dem Streichquartett. Dabei wollen die in Frankfurt ansässigen Musikerinnen und Musiker zeigen, wie sich jüdische Komponistinnen und Komponisten verschiedener Epochen ideenreich mit der ureuropäischen Gattung auseinandergesetzt haben.“
Journal Frankfurt, Februar 2020


5. Februar 2020 | Jan Assmann & Jürgen Kaube: Europas Wurzeln im Nahen Osten (Café Europa)

„Das Publikum in der ausverkauften Romanfabrik ließ sich nicht lumpen. Zwar reagierte es zunächst sprachlos angesichts solch verdichteter Gelehrsamkeit, dann aber wollte ein Zuhörer von Jan Assmann wissen: ‚Was können wir von den Ägyptern lernen?‘ Der Ägyptologe lächelte:‘den Gemeinsinn.‘ Etwa beim Richten. Für die alten Ägypter hieß das vor allem: schlichten, weil sie stets auch den anderen einbezogen, ans Ganze dachten.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.02.2020


7. Februar 2020 | Marc Copland Trio: And I love her

“Ein Gigant unter der Tarnkappe. Jetzt ist er [Marc Copland] wieder einmal mit einem Trio in der Frankfurter Romanfabrik zu hören gewesen, wo er schon öfter in verschiedenen Formationen gastierte, und bestätigte seine Abneigung gegen alles Vordergründige, Auffällige, allen äußeren Glanz und jegliches Showgehabe. Eigentlich müssten ihn alle umweltbewussten Zeitgenossen lieben: Coplands Klänge vermeiden Verpackung. Was zählt, ist nur der Inhalt. Und auch der ist nicht poliert, nicht von natürlichen Unebenheiten befreit. Aber wie gesagt: Er ist mit dem, was er in Tönen und Rhythmen mitteilen möchte, leicht zu überhören. Man muss schon aufmerksam sein, muss verfolgen, wie er die Harmonien spreizt, Motive entwickelt, an seine Mitspieler weitergibt, aus kleinen Tonfolgen swingende Melodien formt, musikalisches Geschehen intensiviert, überhaupt seine Soli aufbaut, als seien es Skulpturen aus Marmor.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2020

„Aufgeräumt wirkt sein Spiel einesteils, zugleich ist er gut für eine bestechende lyrische Qualität. Am Ende, in der Zugabe, spielt der US-amerikanische Pianist Marc Copland mit seinem Trio eine ziemlich melodieverliebte Version der Beatles-Nummer „And I Love Her“; das ist auch die Titelnummer des neuen Albums. In seiner melancholischen Leichtigkeit erinnert das von fern an die geschliffene barjazznahe Eleganz eines George Shearing und steht gar in einer Nähe zum Easy Listening. […] Zum gefeierten Konzert in der ausverkauften Frankfurter Romanfabrik präsentierte sich das Trio in bester Verfassung, in der Besetzung mit Copland und seinem langjährigen Weggefährten Drew Gress am Bass sowie dem Schlagzeuger Jeff Williams, der für den erkrankten Joey Baron eingesprang.“
Frankfurter Rundschau, 9.02.2020


18. Februar 2020 | Eva Sichelschmidt: Bis wieder einer weint

„Eva Sichelschmidt hat eine Lehre als Damenschneiderin absolviert, betreibt seit 20 Jahren in Berlin-Mitte den Laden ‚Whisky & Cigars‘ und ist mit dem Dichter und Büchnerpreisträger Durs Grünbein verheiratet. Und: Sie hat soeben ihren zweiten Roman veröffentlicht. ‚Bis wieder einer weint’ ist das mit Accessoires der Zeitgeschichte üppig garnierte Familienportrait: Inga heiratet im Jahr 1960 den Unternehmersohn Wilhelm. Inga ist schön, Wilhelm reich und ambitioniert. Kurz nach der Geburt des zweiten Kindes stirbt Inga an Leukämie. Diese Tochter ist es, die die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern rekonstruiert – und ihre eigene dazu. Ein Fotoalbum in Romanform.“
Journal Frankfurt, Februar 2020


25. Februar 2020 | Jan Costin Wagner: Sommer bei Nacht

„Gute Nachricht: Jan Costin Wagner veröffentlicht ein neues Buch. […] Und da sprengt Wagner erneut Genregrenzen. Ist sein Werk ein Krimi mit literarischem Anspruch? Oder Literatur mit kriminalistischem Gehalt? Beides, aber eher Letzteres. In dieser lakonischen Prosa steckt viel Psychologie, vor allem indes sehr viel Poesie.“
Offenbach Post, 8.02.2020

„Wie oft bei Jan Costin Wagner gehört der Blick in die Gedanken des jeweiligen Täters genauso zum Buch wie der in die Gefühle der Opfer und ihrer Angehörigen sowie der Ermittler. Die Leser des 1972 in Langen geborenen Autors wissen, dass Kriminalromane aus seiner Hand stets mehr sind als die nachträgliche Aufklärung fertig vorgefundener Morde. Bei ihm geschieht vieles gleichzeitig – das moralisch Fragwürdige und der Versuch, ihm rational Einhalt zu gebieten. Das Tun des Täters, das Fürchten vor Tod, Schmerz, Wissen und Unwissen sowie die Alltagshürden und die unvermuteten Fortschritte des Ermittelns stehen gleichrangig nebeneinander. […] Geübt dreht Wagner, der schon oft als großer Psychologe, aber viel zu selten als grandioser Manipulator gewürdigt wurde, an den Schrauben seiner Erfindung.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2020


27. Februar 2020 | Daniel Karlsson Trio: Fuse Number Eleven

„Jetzt waren die drei Schweden zu Gast in der Romanfabrik, um Exzerpte ihrer Aufnahmen zu ‚Fuse Number Eleven‘ vorzustellen, und was man dabei zu hören bekam, war keineswegs das große Klangchaos, vielmehr wunderbarster Trio-Jazz, der – was Harmonik, Rhythmik und Melodik betrifft – kaum einmal Unerhörtes, Maßloses oder Experimentelles bot, dafür aber ein Höchstmaß an improvisatorischem Esprit, schlafwandlerischem Zusammenspiel und musikalischer Intensität. Vor allem die Intensität, wenn man will: der Überstrom, war dabei schier atemberaubend. […] Vielleicht ist es genau das, was die Sicherung Nummer 11 im Studio in Rummarö verhindert: künstlerischen Überstrom, der entsteht, wenn drei an sich schon große Ideenströme zusammenfließen. Der Romanfabrik muss das nicht erst klargemacht werden. Eine Nummer 11 gibt es dort nicht.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.02.2020


4. März 2020 | Stephan Thome (Taipeh) & Volker Stanzel (Berlin): Chinas Blick auf Europa (Café Europa)

„‘Café Europa‘ mit Stephan Thome und Volker Stanzel behandelt am Mittwoch ab 20 Uhr in der Romanfabrik Frankfurt ‚Chinas Blick auf Europa.‘. China ist immer noch der bedeutendste Gegenpol zur europäisch geprägten Weltvorstellung. Trotz erzwungener Öffnung zur Welt (zum Warenaustausch, zum Kapitalismus) im 19. Jahrhundert durch die damaligen Weltmächte Großbritannien, Frankreich und Russland bleibt ein Moment der Fremdheit, ja des Misstrauens im Umgang. Die Diskutanten in der Romanfabrik interessiert der Blick der fremden Macht auf Europa, da dieser Blick auch das hiesige Selbstbild prägt.“

Offenbach Post, 29.02.2020


27. April 2020 | Frank Witzel: Inniger Schiffbruch

„Zögernd nähert sich die Kamera dem Geschehen auf der Bühne der Frankfurter Romanfabrik, schwebt über die leere Bestuhlung des Saals dem nüchternen Schwarz der Bühne entgegen. Dort sitzt schon Frank Witzel und wartet gemeinsam mit Michael Hohmann, dem Geschäftsführer der Romanfabrik, der moderierend die Lesung begleitet, auf das Startsignal. Pünktlich um zwanzig Uhr beginnt die einstündige Livestream-Lesung auf dem neu eingerichteten Corona-Kanal der Romanfabrik. […] Fast rückt ein Stück Normalität heran, eine Form der Lesung, die von anderen Literaturveranstaltern der Region in Zeiten von Corona bislang erstaunlich selten aufgegriffen worden ist. […] Und so versucht auch dieser Abend letztlich, im Digitalen, einen Begegnungsraum für Autor, Text und Leser herzustellen. Eine gelungene Premiere.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2020


26. Mai 2020 | Pit Knorr & Markus Neumeyer: Opa Corona

„Pit Knorr dichtet Pandemiepoesie. […] Zu Beginn des Corona-Lockdowns, zu Hause wie alle anderen, dachte Knorr, es brauche nun aber doch etwas Aufmunterung. Er schickte das erste Gedicht über Opa Corona in einen E-Mail-Verteiler mit dreißig Freunden. Die waren begeistert und leiteten es weiter. Inzwischen hat Pit Knorr eine Facebook-Seite, war schon bei ‚Fest und Flauschig‘, dem Podcast von Oli Schulz und Jan Böhmermann zu Gast, und hat viele weitere Gedichte über Opa Corona geschrieben. […] Opa Corona erzählt von seinen Erfahrungen im Lockdown, die sich kaum von denen seiner jüngeren Zeitgenossen unterscheiden dürften.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2020


9. Juni 2020 | Thomas Kapielski: Kotmörtel – Roman eines Schwadronörs

„Die Möglichkeit, unter Menschen und in die dritte Dimension des Lesungsbetriebs zurückzukehren, bietet nun die Frankfurter Romanfabrik: Während der Corona-Kanal des Hauses auf Youtube weiterläuft, konnten erstmals wieder einige Menschen in den Saal, um den Auftritt von Thomas Kapielski vor Ort zu erleben. Das war ein gutes, ein sehr gutes Gefühl, fast etwas überraschend, weil es zu Hause ja nun ganz gemütlich ist. […] Gerade aber weil Kapielski zwar witzig, jedoch nicht zum Kreischen ist (das würde ihm bestimmt auch auf die Nerven fallen), war es nach all den Wochen geradezu aufregend, die subtilen Reaktionen in Reichweite zu haben. Hier ein Aufkeckern, da ein Schnaufen. Auch Kapielski reagiert offenbar gerne auf Geräusche und Winks aus dem Publikum, er ist der sich vortastende Typ. Nicht schön, wenn dann da keiner ist.“
Frankfurter Rundschau, 11.06.2020


17. Juni 2020 | Saskia de Coster: Eine echte Mutter

„Die Biologie spielt eine Rolle. Im Moment der Geburt schon fängt das an. Es ist die eigene Erfahrung als der nichtleibliche Teil eines Mutterpaares, die Saskia de Coster zum zentralen Motiv ihres Romans „Eine echte Mutter“ – die Übersetzung des Originaltitels lautet „Nachteltern“ – gemacht hat. Funktionslos habe sie sich während des Geburtsvorgangs gefühlt, heißt es seitens der Ich-Erzählerin im Roman – auf Deutsch ist das Buch der in ihrer Heimat äußerst erfolgreichen belgisch-flämischen Schriftstellerin bei Tropen (Klett-Cotta) erschienen. […] Das Wort von der „Autofiktion“ fällt bei der Lesung in der Frankfurter Romanfabrik im Gespräch mit deren Leiter Michael Hohmann, der zudem (nach einer kurzen Sprachklangprobe am Original) in einer akzentuierten Art die ausgewählten Textpassagen vorträgt.“
Frankfurter Rundschau, 18.06.2020


30. Juni 2020 | Tom Kummer: Von schlechten Eltern

„Mit Fake-Interviews aus Hollywood machte der Journalist von sich reden. Als Romancier verarbeitet er in ‚Von schlechten Eltern‘ echte Erfahrungen als VIP-Fahrer und nähert sich auf dunstverhangenen Straßen dem großen Unbekannten des Lebens: dem Tod.“
Frizz, April 2020

Café Europa mit Johannes Fried und Pierre Monnet, Karl der Große und die Franken am Mittelmeer – 4. September 2019

„Einem furiosen Debatten-Auftakt der Reihe ‚Café Europa’ folgte nun eine furiose Vorlesung des Historikers [Johannes Fried]. Es ging um nicht weniger als um die ‚Globalisierung’ der damals bekannten Welt. (…) Es entstanden Kontakte nach Córdoba, Kairo und Bagdad: ‚Europa erwachte zu sich selbst’.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. September 2019


Durs Grünbein, Zündkerzen & Aus der Traum (Kartei) – 17. September 2019

„Weißgrau die Haare, weiß der Wein, beanspruchte der entspannte Autor nach guten Worten Michael Hohmanns in der Frankfurter Romanfabrik die ‚Position des Barpianisten’, dem man zwanglos zuhört. (…) Interessantes auch im Publikumsgespräch, Hauptthema: die Fehde zwischen Grünbein und Uwe Tellkamp (‚Der Turm’) vor der Leipziger Buchmesse 2018, als sich Tellkamp und akademische Mitstreiter mit AfD-Propaganda ‚solidarisierten’. Der Zusammenstoß schien Grünbein noch zu bestürzen.“
Frankfurter Rundschau, 19. September 2019

„Dem Ruf als ‚poeta doctus’ macht Grünbein alle Ehre. Seine Gelehrtheit gestaltet er erträglich mittels Humor. Die fallen gelassenen Namen wie Rimbaud, Foucault, Goethe, Freud, Kafka stellt er in sinnstiftenden Zusammenhang. So lernen Zuhörer viel über die Träume, auf deren Niveau manche Autoren ‚zeitlebens zu kommen versuchen’.“
Offenbach-Post 19. September 2019


Nora Bossong, Schutzzone – 24. September 2019

„In der randvollen Romanfabrik in Frankfurt stellte Nora Bossong ihren UN-Roman ‚Schutzzone’ (Suhrkamp) vor und konfrontierte uns sehr freundlich, sehr gelassen und sehr gut informiert mit der Komplexität der Welt.“
Frankfurter Rundschau, 26. September 2019


Peter Wawerzinek, Liebestölpel – 1. Oktober 2019

„Tief reicht ‚Liebestölpel’ in die Vergangenheit des hier auf Gedeih und Verderb Lucretia liebenden Erzählers zurück. Frank McCourt (‚Die Asche meiner Mutter’) habe ihn als Erzähler sehr beeindruckt, sagte Wawerzinek im Gespräch mit Michael Hohmann, nämlich durch die Forderung, den Ton einer Zeit wiederzufinden.“
Frankfurter Rundschau, 4. Oktober 2019


Eric Schaefer, Kyoto Mon Amour – 25. Oktober 2019

„Eric Schaefer kann offenbar einfach alles. In japanische Kultur hat er sich verliebt, als er 2012 ein Stipendium in Kyoto hatte. Er machte sich mit Zen und Nô-Theater, mit Steingärten, japanischer Musik und einigen einschlägigen Musikinstrumenten bekannt. Und weil er nicht nur ein raffinierter Komonist und virtuoser Schlagzeuger ist, sondern auch ein überaus reflektierter Zeitgenosse, macht er aus all dem keine folkloristische Japonaiserie, sondern eine eigenständige, kraftvolle und auf das Wesentliche konzentrierte Eric-Schaefer-Musik.“
Frankfurter Rundschau, 28. Oktober 2019

„Es ist eine unkonventionelle und sehr eindrucksvolle Stilfusion, die das Ensemble Kyoto Mon Amour seit gut drei Jahren kreiert. Verglichen mit dem insgesamt eher kammermusikalischen Album wirkt das Konzert in der Romanfabrik um einiges dynamischer, entschlossener und offener.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. November 2019


20 Jahre Hanauer, Vereinfest – Ostport – 23. November 2019

„Es beginnt mit schrägen Tönen. Jazzig und leicht dissonant schweben Klänge von Klavier und Flöte durch den Raum. Uli Mangel am Klavier und Michael Hohmann ander Querflöte eröffnen damit die Bühne der Romanfabrik, auf der an diesem Abend noch viele unterschiedliche Menschen stehen werden. (…) ‚Zehn Jahre machen wir auf jeden Fall noch, wenn unsere Freunde uns treu bleiben.’ Und viele dieser Freundinnen und Freunde des Hauses traten dann im Laufe des Abends auch auf.“
Frankfurter Rundschau, 25. November 2019


Boualem Sansal, Der Zug nach Erlingen – 26. November 2019


„Das in der Tradition des Briefromans geschriebene Buch, dessen gelungenen Übersetzung (…) beim Vorlesen von Jochen Nix eindrucksvoll zur Geltung kam, knüpft an den Gedanken Camus’ an: Wer die Dinge falsch bennet, trägt zum Unglück der Welt bei. (…) Wirklichkeit und Fantasie sind in Sansals neuem Roman ungewöhnlich stark ineinander verwoben. Denn es gelte, so Sansal, auch die umgekehrte Regel zu Albert Camus’ Gedanken: Indem man Dinge benennt, beispielweise als Phantasmagorien, werden sie selbst auch Teil des Lebens.“
Frankfurter Rundschau, 28. November 2019


Heinz Sauer  & Michael Wollny, Neujahrskonzert–  5. Januar 2019  

„Vor genau zwölf Jahren haben sie das sogenannte Neujahrskonzert in der Frankfurter Romanfabrik zum ersten Mal gemeinsam bestritten und seit bald zwei Jahrzehnten stehen der Tenorsaxofonist Heinz Sauer und der Pianist Michael Wollny regelmäßig zusammen auf Konzertpodien oder in Aufnahmestudios. Daraus die Schlüsse ‚routiniert’ oder ‚eingespielt’ zu ziehen wäre gleichwohl falsch.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Januar 2019


Philosophisches Café mit Jan Assmann, Achsenzeit. Archäologie der Moderne – 16. Januar 2019

 „Auch hier hat er [Assmann] bewiesen, dass er weit mehr ist als ein Ägyptologe, nämlich ein Kulturwissenschaftler, der die ganze Welt im Blick hat. Assmann kennt die entlegendsten Texte, interessiert sich weit über sein Fach hinaus für geistige Phänomene von der Vorzeit bis zur Gegenwart – und ist dennoch bescheiden und nie auftrumpfend.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Januar 2019


Barbara Honigmann, Georg – 13. Januar 2019

„Georg Honigmann war das Judentum von Staats wegen untersagt. Seine Tochter versucht es seit Jahrzehnten anders. Jetzt hat sie ihrem traurig entwurzelten Vater eine schönes Denkmal gesetzt.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Februar 2019


Eva Kruse, Eva Klesse & Johannes Enders  – 28. März 2019

„’Wir haben uns am Nachmittag getroffen und einige Stücke in den Topf geworfen’, erzählt Enders zu Beginn des Konzerts in der ausverkauften Romanfabrik. Damit schraubt er mögliche Erwartungshaltungen  herunter. Selbstverständlich sind alle drei versiert genug, um sich musikalisch über Kompositionen auszutauschen, möglicherweise auch neue Funken aus Ihnen zu schlagen. (…) Vom Publikum wird es aber schon jetzt begeistert gefeiert.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. April 2019

„Noch nicht einen Tag alt machte sich [das neu gegründete Trio] daran, in einem mirakulösen Schöpfungsakt zwei Stunden lang Jazz auf die Beine zu stellen.“
Frankfurter Neue Presse, 3. April 2019


Café Europa mit Rainer Forst und Daniel Cohn-Bendit, Europäische Aufklärung und französische Revolution – 3. Juni 2019

„Das Interesse an Europa scheint in Frankfurt überwältigend groß zu sein. Denn das Publikum rannte Michael Hohmann die Bude ein. (…) So spannend kann Dialektik sein. Mit einem Impulsvortrag über die Kernaussagen der Aufklärung stimmte der Philosoph [Rainer Forst] das Publikum auf den ‚heißen Abend’ ein.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Juni 2019


Frank Witzel, Vondenloh – 4. Juni 2019

„Bei ‚Vondenloh’ handelt es sich um eine ausgesprochen amüsante Gesellschaftssatire auf den Literaturbetrieb. (…) Als er 2005 die Publikation vorbereitete, hat Frank Witzel die Schraube der Satire noch eine Windung weitergetrieben und in einem Anhang mit fiktiven Materialien zu dem Roman die Eitelkeiten der Literaturwissenschaftler auf das Herrlichste travestiert. Es handle sich, bekundete Witzel, um ein Buch, zu dem er nach wie vor stehe. Mit Recht.“
Offenbach Post, 6. Juni 2019

Paulus Böhmer, No Home – 4. September 2018

,,Denn alles steht nebeneinander bei Böhmer, wie im richtigen Leben, das Schöne und das Schreckliche, das Zarte und das Derbe, und ,jedes Wort ist von Anfang an immer sein Gegenteil’, wie Böhmer sagte, der leider nicht immer so gut zu verstehen war.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. September 2018

 

Chris Jarrett, Tales of our Times – 6. September 2018

,,Es sind musikalische Kurzgeschichten, die in gedrängter Form alles enthalten, was man sich unter musikalischen Erzählungen heute vorstellen mag: spektakulär-rabiate Klangmonster und melancholische Reminiszenzen an die große Zeit der romantischen Klavierliteratur.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. September 2018

 

Catalin Dorian Florescu, Die Freiheit ist möglich – 7. September 2018

,,Angesichts der digitalen Informationsflut und der durch ausgelösten Dauerspannung, die vom Gegenüber oder dem unmittelbaren Geschehen ablenken, plädiert er für feste Glaubenssätze. Er sagt, dass Freiheit sowohl Erziehung als auch Verantwortung brauche.“

Offenbach Post, 7. September 2018

 

Manfred Maurenbrecher, Flüchtig – Solo – 28. September 2018

,,Bei seinen Reisegeschichten wechseln die Aggregats- und Zeitszustände und die Neugier früherer Generationen verschmilzt mit den Sehnsüchten von heute.“

Offenbach Post, 27. September 2018

 

Olivia Trummer Trio, Fly Now – 18. Oktober 2018

,,Olivia Trummer berührt mit ihren Songs und Improvisationen. Sie hinterlässt Spuren mit ihren Texten, die eine ganz persönliche Sicht auf Liebe, Leere, Loslassen freilegen.“

Frankfurter Neue Presse, 17. Oktober 2018

 

Michael Kleeberg, Der Idiot des 21. Jahrhunderts – 24. Oktober 2018

„Auf den Spuren Goethes versammelt Michal Kleeberg zwölf Geschichten mit allen Problemen und Konflikten heutiger Zeit: Terrorismus, Fundamentalismus, Kampf der Kulturen.“

Offenbach Post, 24. Oktober 2018

 

A.L. Kennedy, Süsser Ernst – 21. November 2018

,,Und weil Kennedy nicht nur kreatives Schreiben unterrichtet, sondern sich zwischendurch auch immer wieder als Stand-up-Comedian betätigt und daher weiß, wie man einen Live-Auftritt mit ein paar ansprechenden und wohlformulierten und überraschenden Einsichten bereichert, lohnt sich der Besuch an der Hanauer Landstraße sehr.“

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15. November 2018

 

Playground, Jazzquartett – 22. November 2018

,,Virtousität, Spielfreude und Spontaneität. Abwechslungsreiche, farbige Eigenkompositionen und ein dynamisches Zusammenspiel prägen den Sound von Playground 4.“

Frankfurter Neue Presse, 13. November 2018

 

Moi et les autres, Départ – 23. November 2018

,,Die Musik – Trommelrhythmen der französischen Antillen über den Manouche bis hin zum amerikanischen Elektro Swing – ist inspiriert von den Biographien aller Musiker.“

Offenbach Post, 22. November 2018

 

Hans Traxler, Lesung mit Bildern – 11. Dezember 2018

,,Denn Traxler, der vielgerühmte Zeichner und Karikaturist, ist zugleich ein großer Erzähler. Schon als Einjähriger soll er ohne Anleitung Vierecke gezeichnet haben, die er auf Befragen ,Klofenster’ nannte.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Dezember 2018

 

 

Hein Sauer & Michael Wollny, Neujahrskonzert 2018 – 6. Januar 2018  

„Auch wenn einem dieses Nummer um Nummer sich vielgestaltig wandelnde, intime, konzentrierte und berührende, in seiner strukturellen Offenheit sich ästhetisch nach wie vor ganz weit vorne bewegende Duospiel naturgemäß wohlbekannt ist, so bleibt es doch überaus reizvoll, ohne Einschränkung.“

Frankfurter Rundschau, 8. Januar 2018 

 

Markus Orths, Max – 16. Januar 2018

„Sein Roman „Max“ (über Max Ernst) umfasst mehr als 500 Seiten und erzählt vom Maler, von sechs Frauen und einem Mann in seinem Leben. Eine Großrecherche einerseits, eine gewitzte, aufmerksame Aneignung surrealer Sprache andererseits.“

Frankfurter Rundschau, 18. Januar 2018

 

Clara Haberkamp Trio, Orange Blossom – 25. Januar 2018 

„Clara Haberkamp hat eine unverwechselbare Stimme, ihren persönlichen musikalischen Ausdruck, ihre eigene Kraft als Bandleaderin. Das spürt man auch auf ihrer 2016 aufgenommenen CD Orange Blossom. In jedem Stück weiß sie, was der jeweilige Titel braucht, jeden Song stattet sie mit dem aus, was ihn zu einem unverwechselbaren Erlebnis macht.“

Das Kulturportal, 22. Januar 2018

 

Winfried Menninghaus, Lust am Traurigen, Schrecklichen und Ekelhaften – 31. Januar 2018 

„Seit Aristotels´ Theorie der Tragödie wird darüber nachgedacht, warum negative Gefühle die Lust an Schauspielen, Musik, Gedichten und Filmen nicht beeinträchtigen, sondern eher befördern. Der Vortrag präsentiert ein neues Erklärungsmodell, das Erkenntnisse der neueren Emotionspsychologie und Neurowissenschaft mit Grundprinzipien der klassischen Ästhetik verbindet und sich auf experimentelle Studien stützt.“

Faust Kulturtipp, 23. Januar 2018

 

Hans Josef Ortheil, Der Typ ist da ­– 07. Februar 2018

„Mit einer konventionellen Lesung aber begnügt sich Ortheil nicht. In anderthalb von ihm selbst moderierten Stunden gewährt er tiefe Einblicke in seine Werkstatt. Wie aus autobiographischen Erleben Literatur wird, ist exemplarisch zu erfahren.“

Offenbach-Post, 9. Februar 2018

 

Junge Deutsche Philharmonie, Märchen und Mythen (Transfers zwischen Literatur und Musik II) – 10. Februar 2018

„Im Februar macht sich ein Ensemble der Jungen Deutschen Philharmonie gemeinsam mit dem Schauspieler und Sprecher Jochen Nix auf die Suche nach Transfers zwischen Literatur und Musik (…).“

Der Taktgeber, Magazin der Jungen Deutschen Philharmonie, Ausgabe 35/Winter 2017

 

Reinhard Kaiser, Rétif de la Bretonne – Monsieur Nicolas – 13. Februar 2018

„Die Macht des Sex, die Vernunft, die bunte Alltagswelt des 18. Jahrhunderts, all das findet sich in den Erinnerungen des Rétif de la Bretonne, die der 1734 geborene Schriftsteller kurz nach seinem sechzigsten Geburtstag auf vielen tausend Seiten veröffentlichte.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Februar 2018.

 

20 Jahre Frankfurt Jazz Trio, Our Favorite Things – 1. März 2018

,,Das Frankfurt Jazz Trio wurde 1998 gegründet (…). Waren die ersten Scheiben eher traditionellen Themen verpflichet, ist die neue CD geprägt von Improvisationen sowie eigenen Kompositionen und Arrangements.“

Frankfurter Rundschau, 27. Februar 2018

 

Adam Hasslett, Stellt euch vor ich bin weg – 02. März 2018

,,Seine ,Liebesgeschichte über eine Familie’, wie er den Roman gerne nennt, berichtet schließlich von einer Handvoll Menschen, die versuchen einander zwischen zwei Selbstmorden zu halten und zu helfen. Wer mit seinen Angehörigen umgeht, sagt dieser Roman, verändert sie und damit auch sicht selbst (…).“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02. März 2018

 

Paulus Hochgatterer, Der Tag an, an dem mein Großvater ein Held war – 20. März 2018

,,Innerhalb weniger Tage entfaltet sich ein von der 13 Jahre alten Nelli erzähltes Panorama der Gewalt, das Paulus Hochgatterer in ,Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war’ auf knappen 120 Seiten sehr vieldeutig entwickelt.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung 17.03. 2018

 

Petra Mosbach, Justizpalast – 10. April 2018

„Die Fälle, die Thirza zu verhandeln hat, mögen banal sein, der Umgang mit ihnen ist es nicht. Die Natur des Menschen wird dabei immer mehr zum Rätsel. Ein zutiefst humanes Buch.“

Journal Frankfurt, Nr. 4/2018

 

Éric Vuillard, Die Tagesordnung – 25. April 2018

,,Der 1968 in Lyon zur Welt gekommene Autor wählt einen eher abseits gelegenen, aber keineswegs unwichtigen Moment der Geschichte, um das Verhalten der Akteure zu untersuchen. Von Gier, Berechnung und Gedankenlosigkeit Anfang 1933 zieht er eine Verbindungslinie zu Hitlers Erpressung Schuschniggs vor dem Ausschluss Österreichs fünf Jahre später.“

Frankfurt Allgemeine Zeitung, 21. April 2018

 

Benedikt Jahnel Trio, The Invariant – 03. Mai 2018

,,Elegant bewegt sich das Trio zwischen lyrischen und rhythmischen Stücken; Jahnels perlendes Spiel scheint ebenso vom Jazz, wie europäischer Klassik inspiriert. Die Produktion glänzt vor allem mit melodischen, subtil akzentuierten Tönen.“

Journal Frankfurt, Nr. 5/2018

 

Frankfurter Jazzstipendium, Doppelkonzert mit J’Used & Stipendiat – 09. Mai 2018

,,(…) in der Romanfabrik wurde man wieder einmal überrascht wie viele junge Musiker die Idiome des Jazz verinnerlicht haben und eine Musik kreieren, die bei aller ausgetüftelter Avanciertheit doch auch sinnlich wirkt, ohne bei populären Stilistiken Anleihen zu nehmen.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Mai 2018

 

Matthias Göritz, Parker – 15. Mai 2018

,,Der in Offenbach lebende Theaterautor, Übersetzer und Lyriker legt nun überraschenderweise einen hoch spannenden politischen Roman vor, der zugleich auch eine Charakterstudie eines Menschen ist, der sich nahe an der Macht befindet (…).“

Journal Frankfurt, Nr. 5/2018

 

Pablo Held Trio,  Investigations – 07. Juni 2018

,,Jetzt kam Pablo Held mit seinem Trio – Klavier, Bass, Schlagzeug – in die Romanfabrik in Frankfurt, und schon mit den ersten Repetitionstönen des Bassisten Robert Landfermann (…) wurde deutlich, dass in diesem Jazztrio der Jazz stilistische Konkurrenz bekommen hat.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Juni 2018

 

Annika Scheffel, Hier ist es schön –13. Juni 2018

,,In der Tat erzählt die Sprachkünstlerin Scheffel nicht von Abenteuern, sondern von Identitätsfragen. Und von den ,Dummen, die auf der Erde bleiben müssen’“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Juni 2018

 

Pedro Lenz, Die schöne Fanny – 18. Juni 2018

,,Sein neues Buch heißt ,Die schöne Fanny’ und erzählt von drei Künstlerfreunden, die sich ihr Leben zwischen Prekariat und Dandytum bestens eingerichtet haben. (…) Lenz hat ein Herz und Gespür für seine Außenseiter-Helden.“

Journal Frankfurt, Nr. 6/2018

 

Peter Zingler, Im Tunnel - 29. August 2017

„Wenn auf der eigenen Website folgendes steht, ist die Neugier der Leser bereits entfacht: „Schulabbruch, danach Ein- und Ausbrecher. Zingler lebte in Marokko, Spanien, Sizilien, Jamaika und in internationalen Gefängnissen.“ Man wird ein wenig atemlos beim Lesen von Peter Zinglers Geschichte. (…) Sein Roman offenbart eine außergewöhnliche Lebensgeschichte.“

Frizz August 2017  

 

Eric Plandé, Bob Degen & Heinz Sauer, Zwei Duos - ein Trio  - 7. September 2017 

„Hein Sauer, der Meister, Eric Plandé, der Schüler, und Bob Degen, der Zaubermeister, der die beiden Saxophonisten zu einer vollkommenen Übereinstimmung führt, wenn sie Themen von Joachim Kühn oder Carla Bley spielen. Ein musikalisches Triptychon in herrlicher Klangesfülle, dessen Motto die unbedingte Freiheit im Ausdruck ist.“

Frizz September 2017

 

Noëlle Revaz, Das unendliche Buch – 12. September 2017 

„Die Schweizer Autorin Noëlle Revaz begibt sich in ihrem jüngsten Roman „Das unendliche Buch“ in den Medien- und Literaturzirkus. Der Hauptakteur ist allerdings das Fernsehen mit seinen klischeebeladenen Gesprächsrunden. Hier entwickelt sich dank der Nebenrollen, die von zwei attraktiven Schriftstellerinnen besetzt sind, eine burleske Komödie.“

Frankfurter Rundschau, 11. September 2017

 

Robert Menasse, Die Hauptstadt – 18. September 2017 

„In Robert Menasses neuem Roman heißt die Hauptstadt Brüssel. Die Helden sind zum großen Teil Beamte der Europäischen Kommission, aus den unterschiedlichsten Ländern der Union stammend. Aus Langeweile lässt die für Kultur zuständige Direktorin ein Projekt entwickeln, das für Unruhe sorgt. Dieses dem Normalbürger kaum zugängliche Milieu mit seinen Skurrilitäten wird eindrucksvoll geschildert, die Charaktere wirken mit ihren Eigentümlichkeiten wahr, deren Arbeit lässt die Kommission mehr oder weniger vernünftig erscheinen. Tatsächlich geht es Robert Menasse um die bedrohte Zukunft des Projekts EU.“

Faust – Kultur, 12. September 2017 

 

Sandra Kegel stellt vor: Ferdinand Schmalz: Bachmann-Presiträger – 19. September 2017 

„Heute Abend stellt die Literaturredakteurin Sandra Kegel den diesjährigen Preisträger des Bachmann- Wettbewerbs, Ferdinand Schmalz, in der Romanfabrik vor. (…) Der österreichische Autor bewarb sich mit dem Text „mein lieblingstier heißt winter“, der Geschichte des Tiefkühlkostlieferanten Franz Schlicht. Dessen Kunde Doktor Schauer tritt mit einer seltsamen Bitte an ihn: Er möge seinen Körper nach durchgeführtem Selbstmord in die Tiefkühlkiste verstecken.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. September 2017  

 

Philosophisches Café: Wolf Singer, Über Schönheit und Wahrheit – 27. September 2017 

„Menschen haben die Poesie offenbar nicht erfunden. Jedenfalls nicht die metrische Form der Gedichte aus Hebung und Senkung. In der gutbesuchten Frankfurter Romanfabrik sorgte der Hirnforscher Wolf Singer für Heiterkeit im neugierigen und daher fragewütigen Publikum, als er erklärte, wie männliche Grillen um Weibchen werben: „Das Weibchen achtet auf die Präzision der Metrik.“ Männchen, die im Takt blieben, hätten bessere Chancen, sich fortzupflanzen. (…) Im limbischen System wird entschieden, was der Mensch als regelhaft und stimmig, also angenehm empfindet. (…) Das Hirn könne auch nur zwischen stimmig und unstimmig unterscheiden, aber keine objektiven Wahrheiten erkennen. Einen Bogen vom Schönen zum Wahren wie weiland Platon konnte Hohmann also nicht schlagen.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. September 2017

 

Omer Klein Trio, Sleepwalkers – 5. Oktober 2017 

„In seinem chaotischen Land sei man ständig gefordert, Entscheidungen zu treffen und schnelle Lösungen zu finden. Mit der Fähigkeit zu improvisieren erklärt der israelische Jazzmusiker Omer Klein, der zurzeit in Köln lebt, auch den internationalen Erfolg seines Jazz-Trios. Weiterhin bezieht das Omer Klein Trio seine Einflüsse aus der traditionellen jüdischen Musik, der Liedkunst der Romantik sowie der Rockmusik.

Frankfurter Rundschau, 4. Oktober 2017

„Bei Omer Klein gibt es keine impressionistisch verschwimmenden Klangflächen, keine musikalischen Abstraktheiten, die man möglicherweise wahrnimmt, wenn man das Seziermesser musikwissenschaftlicher Analyse anlegt, keine Zickzackmelodien ausgefeilter Zwölftontechnik. Was erklingt, besitzt Kontur,  ist immer melodisch fassbar, irgendwie konkret, nahezu sangbar und besitzt einen packenden rhythmischen Jazz-Groove, also etwas Treibendes, Brodelndes, Unausweichliches.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Oktober 2017 

 

Jean-Paul Schintu & Bruno Raffaelli lesen: Briefwechsel Paul Celan - René Char – 13. Oktober 2017 

„Der Dichter Paul Celan, geboren 1920 in Czernowitz, hatte sich 1948 in Paris niedergelassen. Dort lernte er seinen Dichterkollegen René Char (geb. 1907) kennen, dessen Gedichte er auch ins Deutsche übertrug. Von 1954 bis 1968 standen beide im regen Briefwechsel: der den Vernichtungslagern entkommene Jude mit dem aktiven Résistance-Kämpfer. Beide haben den Tod ihrer Nächsten erleben müssen, das Untertauchen kennengelernt, den todbringenden politischen Hass. Vorgetragen wird der Briefwechsel von Jean-Paul Schintu und Bruno Raffaelli. Schintu ist Schauspieler und Dramaturg, er at zahlreiche musikalisch-literarische Projekte entwickelt. Raffaelli ist Mitglied des Ensembles der Comédie Francais und hat in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt.“

Faust Kultur, 5. Oktober 2017

 

Marie NDiaye, Délivrance – Erlösung (Francfort en Francais – Frankfurt auf Französisch) – 12. Oktober 2017 

„Denis Cointe und die Compagnie Translation haben die Erzählung „Délivrance“ („Erlösung“) der in Berlin lebenden Autorin Marie NDiaye für die Bühne bearbeitet. Der Protagonist lebt im Ausland und muss sich in einer ihm fremden Sprache ausdrücken. Seine Frau beantwortet seine Briefe nicht, er schwankt zwischen Wut, Verzweiflung und Hinnahme.“

Frankfurter Rundschau, 10. Oktober 2017

 

Dacia Maraini, Das Mädchen und der Träumer – 1. November 2017

„Der Lehrer Nani Sapienza träumt von einem Mädchen, das seiner verstorbenen Tochter ähnlich sieht. Nachdem er am Morgen danach von der vermissten Lucia im Radio hört, ist er überzeugt, dass sie ihm im Traum erschienen ist. Nach Wochen der vergeblichen Suche geben Polizei und Eltern auf. Nur Nani hört nicht mit seinen besessenen Nachforschungen auf und zieht den Argwohn der Kleinstadt auf sich. (…) Die 1936 in Fiesole geborene Dacia Maraini ist die mehrfach ausgezeichnete Grande Dame der italienischen Literatur.“

Mailaussand des Italienischen Generalkonsulats Frankfurt

„Große Dame der italienischen Literatur, Feministin europäischen Formats, ewige Nobelpreisanwärterin. Starke Kämpferin für Bürgerrechte, rastlose Reisende. Lebensgefährtin Alberto Moravias, Freundin Pier Paolo Pasolinis: Dacia Maraini in Frankfurt zu begrüßen war Michael Hohmann eine Ehre. In Zusammenarbeit mit Italiens Generalkonsul Christiano Cottafavi ermöglichte der Leiter der Romanfabrik die Begegnung mit einer lebenden Legende. Dem entsprach der rege Andrang eines fast ehrfürchtigen Publikums. (…) Lebensklug und hellwach präsentierte Maraini sich in der Diskussion, bei der sie auch Einblick in ihre Schreibwerkstatt gewährte“

Offenbach-Post, 3. November 2017

 

Alissa Walser, Eindeutiger Versuch einer Verführung – 28. November 2017 

„Die Romanautorin Alissa Walser hat in ihrem jüngsten Band „Eindeutiger Versuch einer Verführung“ Notate zum Leben versammelt. Aus persönlichen Begegnungen oder Erzählungen Dritter entstanden reflektierende erzählerische Texte, in denen dem Erlebten versucht wird, eine Bedeutung zu geben. Eine Art Sinn oder Moral der Geschichte zum Verhalten in unangenehmen, seltsamen oder beiläufigen Situationen wird dazu notiert. Man könnte diesen Band ein Tagebuch nennen, in dem alles Private verallgemeinert ist. Da aber alle Begebenheiten so unmittelbar geschildert sind, scheinen sie wahr zu sein, und so haben die Notate auch eine philosophische Note.“

Faust Kulturtipps, 20. Oktober 2017

 

Moritz Eggert & Peter Schöne: Herbert Heckmann in Literatur und Musik – 26. Oktober 2017 

„Herbert Heckmann, geboren 1930 in Frankfurt, ist nicht nur mit seinen Romanen „Benjamin und seine Väter“ und „Die Trauer meines Großvaters“ bekannt geworden. Auch der Gedichtzyklus „Laßt uns ungereimt sein“ gehört zu seinem Werk. Diesen Zyklus hat Heckmanns Sohn, der Münchner Komponist Moritz Eggert, vertont.“

Frankfurter Rundschau, 24. November 2017

 

Lange Frankfurter Lyriknacht – 27. Oktober 2017 

„Zum nunmehr dritten Mal veranstaltet die Romanfabrik in Frankfurt eine lange Lyriknacht mit Dichterinnen und Dichtern aus der Stadt und ihrer Nachbarschaft und Umgebung. (…) (Es) sind gleich drei Lyriker-Generationen vertreten. Als Debütant ist Moritz Hürtgen dabei, Redakteur beim Satiremagazin der Titanic. Als Senior der Nacht tritt Franz Mon an, 1926 geboren. Weitere Mitwirkende sind Sascha Anderson, Paul-Henri Campell sowie Safiye Can.“

Frankfurter Rundschau, 25. Oktober 2017

 

Salon Fluchtentier No. 7: Orsolya Kalász, Carl-Christian Elze & Sandra Burkhardt – 7. November 2017

„Die 1992 geborene Sandra Burkhardt gewann 2016 den Lyrikpreis des Open Mike mit Interlinear-Übertragungen von Gedichten Petrarcas. Carl-Christian Elze, geboren 1974, lebt in Leipzig und schreibt neben Lyrik auch Prosa und Drehbücher. (…) Die 1964 im ungarischen Dunaújváros geborene und zweisprachig schreibende Orsolya Kalász wurde in diesem Jahr mit dem Peter-Huchel-Preis für ihren Band „Das Eine“ (…) ausgezeichnet.“

Faust-Kultur, 2. November 2017

 

Wetterbericht: Eine Bestandsaufnahme 50 Jahre nach 68 – 14. November 2017 

„Angesichts aktueller politischer Unsicherheiten scheint eine Bestandsaufnahme gerechtfertigt. Für den Band „Wetterbericht“ (…) haben diverse Autoren untersucht, was die momentane Krise mit 1968 zu tun hat. In der Romanfabrik in Frankfurt diskutieren am Dienstag, 14.11., drei von ihnen darüber. Die Politikwissenschaftlerin Petra Dobner, der Außenpolitikexperte Joscha Schmierer sowie Tom Koenigs, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses im Bundestag.“

Frankfurter Rundschau, 13. November 2017

 

Jan Costin Wagner, Sakari lernt, durch Wände zu gehen – 18. November 2017 

„Kimmo Joentaa ist wieder da. Der Roman-Kommissar, mit dem der deutsche Schriftsteller und Finnland-Liebhaber Jan Costin Wagner wiederholt raffinierte Krimis erzählt, dringt in zwei scheinbar verknüpfte Fälle ein: eine Messerattacke auf eine Polizisten und ein Hausbrand, bei dem ein kleiner Junge stirbt. „(Wagners) Krimis sind keine klassischen Whodunits, sondern melancholische Psychostudien über Trauer und Tod, Schuld und Sühne“, so Spiegel-Online.“

Frankfurter Rundschau, 20. November 2017

„Die nordisch-melancholische Stimmung ist nicht abhandengekommen. Fröhliche Szenen mit Joentaa und seiner Tochter hat der Autor als Gegengewicht zu den anderen Figuren inszeniert, die wie durch einen Nebel wandern, außerhalb des Lebens stehen, während ihnen Tragödien widerfahren, die kaum zu ertragen sind. So ist der Leser mit stetigem Perspektivwechsel konfrontiert, im typischen Wagner-Stil. Die Sprache ist klar und bildhaft-poetisch zugleich, der Moment des Todes klingt so: „Sakari einigt sich mit der vielstimmigen Melodie hinter seiner Stirn auf einen Moment der Stille.““

Offenbach-Post, 21. November 2017

 

Marc Copland & Daniel Schläppi, More Essentials – 9. Dezember 2017 

„Einer der vielseitigsten amerikanischen Jazzpianisten kommt nach Frankfurt: Marc Copland. Sein Spiel wird als lyrisch gerühmt, rhythmisch elegant und voller Schönheit. 2010 lernte er in New York den Schweizer Kontrabassisten Daniel Schläppi kennen – und sie spezialisierten sich auf Auftritte als Duo ohne Schlagzeug. (…) Ein Leckerbissen.“

Kulturelle Kurznachrichten, Dez./Jan. 2017/18, Kuratorium Kulturelles Frankfurt

„In vielen Passagen erreicht das gemeinsame Umspielen und Ausloten des thematischen Akkordgerüsts eine Dichte, den Zustand einer unabdingbaren musikalischen Logik und zugleich eine emotionale Kraft, in die man als Hörer unweigerlich hineingezogen wird. Nach gut drei Stunden verlässt man die Romanfabrik in der Gewissheit, etwas ganz Wesentliches erlebt zu haben: Essentials eben.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Dezember 2017

 

Marion Poschmann, Die Kieferninseln – 31. Januar 2017 

„„Die Kieferninseln“ ist ein Roman von meisterhafter Leichtigkeit“: tiefgründig, humorvoll, spannend, zu Herzen gehend. Im Teeland Japan mischen sich Licht und Schatten, das Freudianische Über-Ich und die dunklen Götter des Shintoismus. Und die alte Frage wird neu gestellt: Ist das Leben am Ende ein Traum?

Kulturelle Kurznachrichten, Dez./Jan. 2017/18, Kuratorium Kulturelles Frankfurt

 

Werner Söllner: Ein Abend für den Dichter – 7. Dezember 2017 

„Die Zeitschrift für Literaturkritik „Die Wiederholung“ hat ihr jüngstes Heft (Juli 2017) dem in Frankfurt lebenden Dichter Werner Söllner gewidmet. (…) Zuletzt erschien von ihm der Gedichtband „Knochenmusik“. Das Wort Knochenmusik veranlasste einen der Herausgeber, Alexandru Bulucz, zu einem ausführlich recherchierten wortgeschichtlichen Beitrag. Auch seine Kollegen Leonard Keidel und Paul-Henri Campbell haben Beiträge zu Werner Söllner verfasst. Die Herausgeber stellen ihre Zeitschrift und den Dichter Söllner vor. Werner Söllner liest aus seinen Beiträgen in der Zeitschrift und aus weiteren Werken.“

Faust Kultur, 30. November 2017

 

Nino Haratischwili, Die Barbaren – Monolog für eine Ausländerin – 13. Dezember 2017

„Marusja, die schon lange in Deutschland lebt, schmiedet finstere Pläne gegen die neu ankommenden Flüchtlinge. In ihrem Theaterstück „Die Barbaren – Monolog für eine Ausländerin“ beleuchtet Haratischwili das heutige Europa aus einer weiblichen Perspektive.“ 

Frizz Dezember 2017

 

Simon Zawalinski, Das Bildnis einer Prinzessin – 5. Dezember 2017 

„Meist hat Simon Zawalinski mit humorvollen Geschichten aus dem Leben und aus seinem Leben sein Publikum gebannt. Nun legt er mit Das Bildnis einer Prinzessin einen historischen und einen kunstgeschichtlichen Roman vor. Simon Zawalinski macht sich nämlich auf die Spur nach der Frau, die für das im Frankfurter Städel hängende Bildnis einer Dame von Peter de Kempeneer Modell saß. Und wo sich diese Dame zwischen dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts und der Mitte des 19. Jahrhunderts befunden hat, das streift dieser so kunstvoll wie lebendige Roman auch.“

Weltexpresso, 7. Dezember 2017

 

 

Werner Schneyder, Gespräch unter zwei Augen– 16. Januar 2017

„Der Kabarettist, Widerpart des unvergessenen Dieter Hildebrandt, ist ein promovierter Philosoph. In seinem „Gespräch unter zwei Augen“ erzählt er den „Dialog eines Lebens“.“

Frizz, Januar 2017

  

Junge Deutsche Philharmonie, Von der musikalischen Kraft der Sprache –

21. Januar 2017

 „Die aktuelle Konzertreihe der Romanfabrik begibt sich auf die Suche nach der Direktheit des Ausdrucks in der Geschichte der Musik. Dabei wird die Wechselwirkung zwischen Musik und Sprache näher beleuchtet. Die Kammermusik von Leoš Janácek bildet hierbei den roten Faden, den die Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie aufgreifen werden.“

Frizz, Januar 2017

 

Dieter Thomä, Philosophisches Café – 11. Januar 2017

 „Im Wechsel zwischen dem Ordnungsfanatiker Thomas Hobbes und dem Chaosfreund Friedrich Nietzsche entwickelt der an der Universität St. Gallen lehrende Dieter Thomä eine Philosophie des Störenfrieds und greift dabei die vergessene politische Figur des „puer robustus“ auf, des kräftigen Burschen. Einer der letzten größeren Störenfriede ist laut Thomä der Enthüller Edward Snowden.“

Frankfurter Rundschau, 9. Januar 2017

 

Heinz Sauer & Michael Wollny, Neujahrskonzert –  7. Januar 2017

„Seit einem halben Jahrhundert führt Heinz Sauer die schier endlose Phalanx von Tenorsaxophonisten in Deutschland an und bereichert zudem die internationale Riege der stilistisch eigenständigen Interpreten auf diesem prototypischen Jazzinstrument. Michael Wollny ist der vielseitigste, innovativste, zu den größten Hoffnungen zählende jüngere Pianist des Jazz (und anderer Stilgattungen) hierzulande.

Wenn sie zusammen spielen, dann öffnen sich die Pforten der Wahrnehmung, und man erlebt eine Musik, die man so noch nie gehört hat.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rhein-Main-Zeitung, 9. Januar 2017

  

Philipp Mosetter, Die Einladung – 31. Januar 2017

„Ein Mann, der eigentlich nie seinen Geburtstag feiert, lässt sich darauf ein, Freunde einzuladen, um mit ihnen zum ersten Mal den Tag seiner Geburt zu begehen. (…) Die Tischgespräche, in denen bald Eitelkeiten, Boshaftigkeiten, geistige und temperamentmäßige Unverträglichkeiten zum Vorschein kommen, werden von Philipp Mosetter mit kühnem Witz und leichtfüßiger Ironie auf den Punkt gebracht. Das Drama der Normalität und des Banalen wird im Roman „Die Einladung“ seziert, die Stunden des Zusammenseins der Gesellschaft geraten zu einem Protokoll abgründiger Verhältnisse.“

Faust Kultur, 19. Januar 2017

 

Silke Scheuermann, Wovon wir lebten – 24. Januar 2017

„Marten stammt aus einem guten, durch die Suchterkrankung der Mutter aber ständig gefährdeten Elternhaus. Er wird schon als Jugendlicher kriminell, handelt mit Drogen, wird selbst süchtig, schlägt sich so durch, macht dies und das. (…) Aber Scheuermanns bunter, kräftiger Entwicklungsroman (…) meint es gut mit dem jungen Mann, der, wie er selbst es ausdrücken würde, keine großen Erwartungen an das Leben hegt. Am Ende steht zwar kein Rezept für Glück, aber das Staunen darüber, wie reichhaltig sich das Leben auch dann anfühlen kann, wenn es etwas unspektakulärer zugeht.“

Frankfurter Rundschau, 21. Januar 2017

 

Valentin Garvie & Bob Degen – 3. Febrauar 2017

„Der junge argentinische Trompeter Valentin Garvie hat dem Jazz in Frankfurt in den letzten Jahren viele Impulse gegeben. (…) Früh fand Garvie in dem amerikanischen Pianisten Bob Degen einen Verbündeten, der Hessische Jazzpreisträger von 1994, ist seit Jahrzehnten in Frankfurt zu Hause. Nun sind beide im Duo in der Romanfabrik zu hören.“

Strandgut, Januar 2017

 

Thomas Brussig, Beste Absichten – 7. März 2017

 „Ostberlin 1989. In einem Keller probt Die Seuche, eine Band, die Großes vorhat. Ihr einziger Fan ist zugleich ihr Manager. Äppstiehn tut, was er kann – und das ist nicht viel. Die Seuche spielt bei Familienfesten und Geburtstagsfeiern und lässt sich in Autoschiebereien am Rande der Prager Botschaft verwickeln. Doch gegen die Wende ist sogar Äppstiehn machtlos. Plötzlich spielt Musik keine Rolle mehr. Aber geht das überhaupt?“

Lesungsleporello S. Fischer Verlag, Februar 2017

 

Peter Lerchbaumer, Monica Ries & Christoph Stoll, Unterwegs. Texte und Lieder –

2. Februar 2017  

„Unterwegs zu sein, äußere und innere Kontinente zu erkunden, verbindet Menschen seit vielen hundert Jahren und entfernt sie zwangsläufig voneinander. Dieser Abend folgt diesem Thema und Peter Lerchbaumer liest Texte von großen Reisenden, wie Robert Louis Stevenson. Die Sängerin Monica Ries singt die Lieder von Ralph Vaughan Williams und Ernst Krenek. Christoph Stoll begleitet sie am Klavier.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Februar 2017

 

Thomas Gsella, Saukopf Natur – 14. Februar 2017

„Der ehemalige Redakteur und Chefredakteur der „Titanic“ kommt von der Natur nicht los. Der Mensch, selbst ein Teil derselben, steckt immer mittendrin bei Thomas Gsella, sei es in seinem Gedichtband „Viecher“, sei es in seinem jüngst unter dem Titel „Saukopf Natur“ erschienenen Gedichten.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Februar 2017

 

Eva Kruse, On the Mo – 22. Februar 2017

„Auf einer schwedischen Schäreninsel hat sie sich niedergelassen, die Bassistin Eva Kruse, die in ihren Kompositionen gern Elemente aus Jazz und Klassik oder Pop mischt. Nach ihrem Debüt „In Water“, für das sie den Echo Jazz 2016 erhielt, meldet sie sich mit ihrem neuen Werk „On the Mo zurück. „Mo“ bezeichnet auf den autofreien Schären das Lastenmoped, mit dem Kruse auch ihren Kontrabass zum Fähranleger führt.“

Frankfurter Rundschau, 22. Februar 2017

 

Jens Düppe Quartett, Anima – 16. Februar 2017

„Schlagzeugern wird die Fähigkeit zur Komposition ja gern einmal aberkannt. (…) Aber den wenigen Perkussionisten, die sich auf das Komponieren einlassen, gelingt oft Ungewöhnliches. (…) Der aus Schwäbisch Gmünd stammende Schlagzeuger hatte seine Gruppe immer im Blick, lächelte, wenn ein Solo besonders gelang oder sich die vielen Dissonanzen zu dramatischen Klangpartien formten. Er forderte seine Mitmusiker und drängelte mit seinem nur aus dem Nötigsten bestehenden Drumkit dazwischen. Alles eine Frage der Inspiration: Düppe bearbeitete sein Schlagzeug mit den Händen, mit Plastiktüten, der Rückseite der Jazzbesen. Und er nutzte die Kanten der Becken und Trommeln als Klangkörper.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Februar 2017

  

Helmut Ortner, Gnadenlos Deutsch – 5. April 2017

„Der Frankfurter Publizist Helmut Ortner legt mit „Gnadenlos Deutsch“ fünf Dossiers zur Erinnerung an NS-Täter und NS-Opfer vor. Es sind Recherchen zum Kriegsrichter Erich Schwinge, zum KZ-Aufseher Arnold Strippel, zum Volksgerichtshofvorsitzenden Rudolf Freisler. Ortner würdigt hingegen die Hitler-Attentäter Georg Elsner und Maurice Bavaud.“

Faust-Kultur

 

Johannes Enders & Günter „Baby“ Sommer, Sources – 30. März 2017

„Das Duo von Johannes Enders und Günter „Baby“ Sommer ist ein Abenteuerspielplatz zweier Individualisten. (…) Zwei Geschichtenerzähler von Gnaden, die sich anfeuern, zuhören, die aufeinander reagieren und miteinander abheben.“

Frizz März 2017

 

Oliver Nachtwey, Die Abstiegsgesellschaft – 15. März 2017

„Am Mittwoch tritt der Soziologe und Ungleichheitsforscher Oliver Nachtwey mit seinem Buch „Die Abstiegsgesellschaft“ auf: „Wer mehr Geld in Bildung investiert, aber die Beschäftigungsverhältnisse prekär lässt, verkehrt ihr Emanzipationspotential – und die Ausbildung wird zu einem weiteren Austragungsort von Wettbewerb und Konkurrenz.““

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 12. März 2017

 

Sandra Kreisler & Roger Stein: Wortfront, Lieder zwischen Panik und Poesie – 23. März 2017

„Bei Sandra Kreisler und Roger Stein geht es sarkastisch zu, und wenn die beiden als Duo Wortfront die Bühne entern, verdichtet sich mancher Song zur blitzenden Satire. (…) Doch bleibt neben allem skurrilen und bitterbösen Humor immer genug Platz für zärtliche Botschaften.“

Frankfurter Rundschau, 20. März 2017

 

Herbert Heckmann, Benjamin und seine Väter – 25. April 2017

„Wenn man keinen Vater hat, so muss man sich mehrere erfinden! Vom 24. April bis 7. Mai steht der Roman „Benjamin und seine Väter“ von Herbert Heckmann (1930-1999) im Mittelpunkt von Frankfurt liest ein Buch. (…) Peter Härtling sagte über den Schriftsteller, Herausgeber und Dozenten: „Heckmann war ein wahrhaft Gebildeter, einer, der mit seinem Wissen spielte, ein heißhungriger Koch und ein heimlicher Musikant.“ Persönlich geht es in der Romanfabrik zu: Der Münchner Komponist Moritz Eggert, Sohn Herbert Heckmanns, hat einen Gedichtzyklus seines Vaters – „Laßt uns ungereimt sein“ – vertont.“

Kulturelle Kurznachrichten, April/Mai 2017

 

John Burnside, Wie alle anderen – 21. März 2017

„Der 1955 in der Grafschaft Fife geborene schottische Dichter und Schriftsteller stellt (…) im Gespräch mit dem Frankfurter Literaturwissenschaftler Jan Wilm seinen autobiographisch grundierten Band „Wie alle anderen“ vor. Der ist zwar schon im vorigen Sommer auf Deutsch erschienen, aber das tut der Wucht von Burnsides Erzählen ja keinen Abbruch.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. März 2017

"Der schottische Romancier und Dichter John Burnside hat mit seinem jüngsten Buch „Wie alle anderen“ ein autobiographisch-fiktives Werk vorgelegt. Nach Jahren des Vorsatzes, ja nicht zu werden wie sein Vater, muss sich John Burnside eingestehen, dass er genau den gleichen Weg zur Hölle eingeschlagen hat wie der Mann, den er zutiefst verachtet: Drogen, Alkohol, Lügen und die systematische Weigerung, für sich und sein Handeln Verantwortung zu übernehmen. Ganz unten angekommen beschließt er, ein „bürgerliches“ Leben zu führen, zu sein wie alle anderen.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. März 2017

 

Nedim Gürsel, Der Sohn des Hauptmanns – 29. März 2017

„Als er spürt, dass der Tod naht, vertraut ein alter Journalist in Istanbul seinem Tonbandgerät seine Lebensgeschichte an. Er erzählt von der Kindheit in der türkischen Provinz, vom unnahbaren Vater, der als Mitglied des Militärs am Putsch von 1960 beteiligt war, vom Internat in Istanbul. Immer wieder kehrt er dabei zurück zu seiner jung verstorbenen Mutter.“

Frankfurter Rundschau, 28. März 2017

 

Laurent Binet, Die siebte Sprachfunktion – 26. April 2017

„Mit einer leichtfüßigen und anspielungsreichen Sprache und unter dem Mantel eines Kriminalromans wird das Pariser Intellektuellen-Milieu der achtziger Jahre parodiert und zurechtgerückt.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. April 2017

 

Mats-up, The nature of the blues – 18. Mai 2017

 „Atmosphärisch oder dynamisch, transparent oder schräg: Schweizer mit Charakter.“

Journal Frankfurt, Nr. 11/2017

 

Rike Scheffler, der rest ist resonanz – 23. Mai 2017

„Rike Scheffler performt Gedichte, Lieder und „Loop-poems“ aus ihrem preisgekrönten Gedichtband „der rest ist resonanz“. Die Lyrikerin schafft Klanglandschaften mit der „Kraft ihrer Poesie, ihrer Stimme und Bühnenpräsenz“.“

Frizz, Mai 2017

 

Salon Fluchtentier No. 5: Maren Kames & Thorsten Krämer – 20. Mai 2017

„Die Autorin Maren Kames bezieht in ihrem Debütband „Halb Taube halb Pfau“ Klangcollagen ein, die sich mittels moderner Mobiltelefone aufrufen lassen. (…) Thorsten Krämer wählte in seinem Werk „The Democratic Forest“ Fotografien von William Eggleston zu Orten seiner Gedichte und durchreist Egglestones umfangreiche Arbeiten mit der Frage: „Wie reisen Dichter, wie Fotografen?“.“

Frizz, Mai 2017

 

Jo van Nelsens Grammophon-Lesung, Käsebier erobert den Kurfürstendamm – 11. Mai 2017

„In seiner Reihe „Grammophon-Lesungen“ stellt der Musikkabarettist Jo van Nelsen in der Romanfabrik einen der authentisschsten Berlin-Romane der 20er Jahre vor. „Käsebier“ aus der Feder von Gabriele Tergit erzählt von Aufstieg und Fall des Volkssängers Käsebier, den ein Zeitungsreporter in einem billigen Varieté entdeckt. Um Eindruck in der Redaktion zu machen, puscht er den Sänger zum Megastar hoch. Spekulanten hängen sich an den Ruhm, Käsebier wird hemmungslos vermarktet. Zwischen den Textauszügen erklingen Schlager und Tanzmusik der 20er Jahre.“

Frankfurter Rundschau, 11. Mai 2017

 

 Pit Knorr & Thomas Gsella lesen: F.W. Bernstein: Frische Gedichte – 16. Mai 2017

„Bedauerlicherweise ist der Autor F.W. Bernstein krank. Deshalb reist er nicht aus Berlin nach Frankfurt an, um (…) aus seinem Band „Frische Gedichte“ (…) zu lesen. Das übernehmen aber seine Kollegenfreunde von der Neuen Frankfurter Schule, Pit Knorr und Thomas Gsella. „Eine mehr als nette Geste!“, schallt es aus der Romanfabrik, und alle nicken und kommen zahlreich.“

Frankfurter Rundschau, 15. Mai 2017

 

Roland Kaehlbrandt, Was die deutsche Sprache kann – 24. Mai 2017

„Der Linguist und Sprachbeobachter Roland Kaehlbrandt beschäftigt sich in seinem Frankfurter Verlag Vittorio Klostermann erschienenen Buch „Logbuch Deutsch – wie wir sprechen, wie wir schreiben“ mit dem Reichtum der deutschen Sprache. Was kann sie? Was machen wir aus ihr? Hat sie eine Zukunft als Sprache der Integration im Einwanderungsland?“

Frankfurter Rundschau, 23. Mai 2017

 

Uwe Oberg, Piano Solo – 1. Juni 2017

„Der 1962 geborene Pianist Uwe Oberg spielt an der Schnittstelle zwischen Jazz und neuer improvisierter Musik. (…) Welches Material er auch immer spielt, er transformiert alles in seine unverwechselbare, schillernde Klangsprache, die keine stilistischen Grenzen kennt.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Juni 2017

 

Arno Camenisch, Die Launen des Tages – 14. Juni 2017

„In Arno Camenischs Kurzgeschichten „Die Launen des Tages“ gerät der Reisende von einem Verhängnis ins nächste, denn das Leben schlägt dann zu, wenn man es am wenigsten erwartet. Begegnungen machen das Leben aus, und es ist die Liebe, die es am Laufen hält. Um die Liebe kreisen diese Geschichten, die wie Gewitterleuchten sind und unberechenbar wie das Wetter, es kann in jedem Augenblick in ein bedrohliches Donnerwetter oder in ein Lichtspektakel kippen, und am Ende ist meistens alles ein bisschen anders, als man meinte.“

Faust – Kultur, 7. Juni 2017    

 

Salon Fluchtentier No. 6: Back to CCCP – 20. Juni 2017

„Wer sich am 20. Juni in die Romanfabrik traut, wird merken – der Kalte Krieg ist vorbei. Salon Fluchtentier spendiert jedem Gast ein Glässchen Wodka und eingelegte Gurken als kleines Aperitif für einen Abend im Geiste der vielzitierten sowjetischen Seele. Gedichte werden gelesen, Kosakentänze aufgeführt, es wird gesungen und getrunken. Durch den Abend führen Yevgeniy Breyger und Olga Galicka. Nils Fabian Brunschede sorgt für die musikalische Begleitung, Oleg Jurjew und Julia Simon für den lyrischen Unterbau.“

Faust Kultur, 7. Juni 2017

 

 

Yevgeniy Breyger & Robert Stripling, Salon Fluchtentier – 1. September 2016

„Der Zusammenschluss Frankfurter Dichterinnen und Dichter belebt das Stadtgebiet mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten rund um die Vielfalt zeitgenössischer Dichtung. (…) Geistesgegenwärtig, live und ohne doppelten Boden reagiert Breyger auf Stichworte aus dem Publikum und beamt Zeilen auf die Leinwand, die lebendig und spontan und jedes Mal neu sind. (…) Stripling bringt seine Texte mit Schlagzeug und Soundinstallation zu Gehör. Die zwischen Prosa und Lyrik changierenden Gedankeneskapaden bewegen sich langsam und ausschweifend.“

Faust Kulturtipps, 4.8.2016

Andreas Maier, Der Kreis – 30. August 2016

„Fortsetzung des ambitionierten autobiografischen Projekts: Vom Kind zum Künstler.“

Journal Frankfurt, Nr. 19/2016

Gustaaf Peek, Göttin und Held – 6. September 2016

„Der in Amsterdam lebende Romancier Gustaaf Peek stellt seinen frisch in deutscher Übersetzung erschienenen Roman „Göttin und Held“ vor, der eine Liebesgeschichte auf ungewöhnliche Weise rekapituliert – von ihrem Ende her. (…) In den Niederlanden ein Bestseller: Peek umkreist elegant die Mysterien der Liebe.“

Journal Frankfurt, Nr. 19/2016

„Er verengt den Blick seiner speziellen Geschichte von Tessa und Marius auf zwei große Themen, auf die Liebe und die Wahrheit.“

Frankfurter Rundschau, 6.9.2016

Ruth Zetzsche & Werner Fürst, Nur nicht aus Liebe weinen… – 14. September 2016

„Logisch, dass die Musiker für ihr Programm die Qual der Wahl haben, der Fundus von Songs und Gedichten dazu ist nahezu unendlich.“

Frankfurter Rundschau, 14.9.2016


Jochen Rückert Quartett – 8. September 2016

„Leise, verhalten, unaufgeregt begann das Konzert des Quartetts von Jochen Rückert mit dem Tenorsaxophonisten Mark Turner in der gut besuchten Frankfurter Romanfabrik – gerade so, als wollte man den schwülwarmen Spätsommerabend musikalisch etwas abkühlen. (…) eine ästhetische Wohltat bei all den virtuosen Egotrips.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.9.2016

Saskia de Coster, Wir & ich – 19. September 2016

„Saskia de Coster hat sich mit ihrem Familienroman „Wir & ich“ einem beliebten Thema der wohlhabenden Welt zugewandt und erzählt humorvoll-böse von den inneren Zwängen ihrer Figuren.“

Frankfurter Rundschau, 19.9.2016

Jason Rebello, Held – 29. September 2016


„Rasant bekannt wurde der englische Pianist Json Rebello, als er Kenny Kirkland von der Band Sting ersetzte. (…) In der Frankfurter Romanfabrik (…) stellt er (…) sein neues Solo-Album „Held“ vor.“

Frankfurter Rundschau, 28.9.2016

Sharon Dodua Otoo, Herr Göttrup setzt sich hin – 12. Oktober 2016

„Ein Frühstücksei entpuppt sich als Wesen mit Verstand. Spricht aus ihm die Weltseele? Die ghanaisch-britische Autorin gewann den Bachmann-Preis.“

Frizz, Oktober 2016

„Sie war die Überraschungssiegerin des diesjährigen Bachmannpreis-Wettlesens in Klagenfurt. (…) Die Jury sprach von einer heiteren, surrealistischen Erzählung mit tieferer Bedeutung. Das sollte man sich anhören.“

Journal Frankfurt, Nr. 22/2016

Boualem Sansal, 2084. Das Ende der Welt – 19. Oktober 2016

„Mit 2084 beginnt die Neue Zeit. Wir befinden uns in Abistan, benannt nach Abi, den Gesandten Yölahs auf erden. Es gibt eine neue Sprache, Abistanisch, die jedoch jegliches Denken ausschließt. Das Leben der Abistani wird vom Glauben, den Gebeten und den Pilgerfahrten bestimmt. Es handelt sich um einen Gottestaat. (…) Boualem Sansal erhielt 2011 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.“

Faust Kultur, 18.10.2016

Rotraut de Clerck & Prof. Susanne Schröter – 9. November 2016

„Die Islamwissenschaftlerin Prof. Susanne Schröter und die Psychoanalytikerin Rotraut de Clerck diskutieren die Thesen von Kamel Daoud. Kamel Daoud, 1970 geboren, ist algerischer Journalist und Publizist. Er hat sich ausführlich zur Stellung der Frau in der arabischen Welt geäußert. Daoud attestiert der arabisch-muslimischen Welt einen tiefgehenden Sexismus und hat damit eine breite Diskussion in Frankreich und Deutschland angestoßen.“

Faust Kultur, 18.10.2016

Thomas Cremer, Dada mit Hugo Ball – 3. November 2016

„Seit 2003 produziert Schlagzeuger Thomas Cremer Programme „in denen sich Literatur und Musik treffen“. „Das Thema kommt eindeutig von Schauspieler, Sprecher und Regisseur Jochen Nix“, verweist Cremer auf dessen Hörbuch „Flametti“ und seine intensive Auseinandersetzung mit dem Dadaismus. Ablehnung konventioneller Kunst und Gesellschaftskritik… „Was konnte und könnte besser zu solch einem Ausbruch passen, als eine improvisatorische Musik, die all das auch will: aufreizen, umwerfen, triezen?“. Eine rhetorische Frage.“

Journal Frankfurt, Nr. 23/2016

Mathias Ènard, Kompass – 25. Oktober 2016

„Die Faszination des Westens für den Orient ist ein uralter Topos, den Mathias Ènard in seinem neuen, mit dem Prix Goncourt 2015 ausgezeichneten Roman „Kompass“ auf höchst intelligente Weise belebt. Franz Ritter heißt eine der beiden Hauptfiguren, ein Wiener Musikwissenschaftler, der nach einer unschönen Diagnose wachliegt und sich an die Orte seiner Forschungsreisen erinnert, die gleichzeitig eng verknüpft sind mit seiner Liebe zur Orientalistin Sarah. Städtenamen, die wir heute zum Teil mit Bildern von Krieg und Zerstörung assoziieren (…). Ein aktuelles Buch.“

Journal Frankfurt, Nr. 23/2016
 

Eva Klesse Quartett, Obenland – 10. November 2016

„Nach vielen Konzerten ist die Band auch zu einem intuitiv agierenden, perfekt harmonierenden Organismus geworden. Das zweite Album „Obenland“ beeindruckt durch melodische Themen und weite Bögen, nuancierte Klangfacetten, Transparenz  und Dynamik.“

Journal Frankfurt Nr. 24/2016

Manfred Maurenbrecher & Marco Ponce Kärgel, Klagen ist für Toren – 12. November 2016

„Die 24 Stücke der „Winterreise“ von Franz Schubert werden gern interpretiert und oft gehört. Neu und ungewohnt klingt aber das, was der Liedermacher Manfred Maurenbrecher und der Gitarrist Marco Ponce Kärgel aus dem romantischen Liederzyklus machen. (…) ein bisschen schräg und ein bisschen morbider als die Stücke der „Winterreise“ ohnehin schon sind.“

Frankfurter Rundschau, Nr. 264/16, 11.11.2016


Lange Frankfurter Lyriknacht – 15. November 2016

„Die fünf geladenen Vertreter der Dichtkunst – Paulus Böhmer, Carolin Callies, Matthias Göritz, Oleg Jurjew und Marcus Roloff – sind so unterschiedlich im Ton und Ausdruck, dass jedem etwas gegeben wird.“

Faust Kultur, 10.11.2016

Debattierclub Vaevictis – 18. November 2016

„Um Amerika soll es heute gehen im Debattenduell. Das ist schon durchgesickert. Um Trump womöglich. Munkelt man. Die Spannung steigt in der prächtig gefüllten Romanfabrik. Gleich werden junge Leute auf der Bühne stehen, von verwuschelten Haaren sprechen, von der Elbphilharmonie, von Alkoholkontrollen, und sich die wildesten Argumente um die Ohren hauen. Aber Trump? Viel zu plump für Vaevictis, den Frankfurter Debattierclub.“

Frankfurter Rundschau 19/20/2016

Alex Capus, Das Leben ist gut – 29. November 2016


„„Das Leben ist gut“ heißt das neue Werk des Schweizer Schriftstellers Alex Capus. „Man lasse sich von der Vitalität dieses Buches anstecken“, meinte die „Neue Zürcher Zeitung“.“

Frankfurter Rundschau, 28.11.2016


John Abercrombie & Marc Copland – 2. Dezember 2016

„Der Amerikaner John Abercrombie begann seine Karriere als irrwitziger Gitarrenvirtuose. Über die Jahre ist sein Spiel sehr viel leiser, forschender geworden, als hätte er seine Blickrichtung geändert. Weg vom Außen, hinein ins Innere. Dabei bleiben seine Improvisationen immer ausgewogen, der Tradition von Fusion und Modern Jazz verbunden. In der Romanfabrik wird Abercrombie (…) mit dem Pianisten Marc Copland zu hören sein – feingliedriger, unaufgeregter, kammermusikalischer Jazz.“

Strandgut 12/2016  

Kathleen Morgeneyer & Alexander Khoun, Christa Wolfs: Kein Ort. Nirgends – 15. Dezember 2016

„Christa Wolf erfand 1977 mit „Kein Ort. Nirgends“ eine mögliche Begegnung zwischen Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode im Jahr 1804. (…) In Wolfs  Erzählung werden Grenzen überschritten – zwischen Individuen, Geschlechtern, Realität und Utopie, Vergangenheit und Jetztzeit. (…) szenische Lesung (…) mit Kathleen Morgeneyer und Alexander Khuon, beide Schauspieler am Deutschen Theater Berlin (…).“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2016

Jan Costin Wagner, Sonnenspiegelung – 13. Januar 2016

„Mit den Romanen rund um den finnischen Kommissar Kimmo Joentaa hat Jan Costin Wagner sich eine große Fangemeinde erschrieben. Wer die Bücher kennt, weiß, dass Wagner wweit mehr ist als „nur“ ein Krimiautor – seine Romane sind fein gearbeitete Studien menschlichen Leids, in die Wagner stets einen kleinen Schimmer von Hoffnung und Trost scheinen lässt. (…) Wagner bedenkt seine Figuren mit Empathie. Und lässt ihnen ihre Würde.“

Journal Frankfurt, Nr. 1-2/2016

Simon Zawalinski, Frankfurter Kioskgeschichten – 19. Januar 2016

„Simon Zawalinski ist nicht hauptberuflich Schriftsteller, sondert arbeitet im Zeitschriftenladen am Rathenauplatz, ironischerweise direkt vor der Großbuchhandlung Hugendubel. Doch mittlerweile hat er getrreu dem Motto, dass die besten Geschichten auf der Straße liegen, drei Bücher veröffentlicht (…), in dem Zawalinski die Menschen, denen er im Laufe der Jahre in seinem Kiosk begegnet ist, porträtiert. Entstanden ist ein Stadtporträt der ganz besonderen Art – eine liebevolle Schilderung des kleinen Frankfurt.“

Journal Frankfurt, Nr. 3/2016

Junge Deutsche Philharmonie,  Debussy, Messiaen und Crumb – 23. Januar 2016

„Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen. George Crumb, Claude Debussy und Olivier Messiaen stehen jeweils an musikalischen Wendepunkten. (…) Das Konzert in der Romanfabrik ist Teil einer Kammermusikreihe „Musikalische Wendepunkte“, in deren Mittelpunkt Kompositionen von Claude Debussy und Maurice Ravel stehen. Veranstaltet wird die Reihe von der Jungen Deutschen Philharmonie, dem Mutare Ensemble und der Romanfabrik.“

Der Taktgeber. Das Magazin der Jungen Deutschen Philharmonie, Nr. 29/2015

Werner Söllner, Knochenmusik – 26. Januar 2016

„Der rumäniendeutsche Lyriker Werner Söllner hat nach vielen Jahren wieder einen Gedichtband herausgebracht. In seinem „Knochenmusik“ betitelten Band geht es um familiäre Erinnerungen und um Momente in Amsterdam, es geht um Selbstbeobachtung und um die Engel in Frankfurt. Sein Ton ist nüchtern und intensiv, seine Suche nach Erklärungen mündet manchmal in der Erkenntnis, es handle sich um Sphärenmusik, ein andermal darin, dass die Haut von innen tätowiert ist. Söllner reimt wie beiläufig, wenn die Worte sich ihm aufdrängen, dann denkt man an Heinrich Heine.“

Faust Kultur, 8.12.2016

Eric Plandé, Carla Bley Projekt – 28. Januar 2016

„Eric Plandés Saxofon klingt immer gegenwärtig. Es ist ein direkter, immens gespannter, ekstatischer und im riesigen Feld des frei improvisierten Jazz genau informierter Ton, in dem irrsinnig viel Kraft steckt. In der Romanfabrik verbeugt sich der Franzose nun vor dem hellsichtigen, in jeder Hinsicht offenen Werk der Amerikanerin Carla Bley. An seiner Seite stehen dabei musikalische Schwergewichte der Region: der Pianist Bob Degen, Jürgen Wuchner am Bass und der Schlagzeuger Janusz Maria Stefanski.“

Strandgut, Nr. 1/2016

Arno Camenisch, Die Kur – 2. Februar 2016

„Die reiche Beobachtungsgabe von Arno Camenisch wendet sich in seinem neusten Roman „Die Kur“ einem reifen Paar zu, das in einem noblen Engadiner Hotel auf Kur geht. Seine Erzählkunst liegt unter anderem im Verknappen der Sprache und in der innigen Nähe zum Gefühlsleben und kleinsten Regungen seiner Figuren. Wobei das eine, die reduzierte Sprache, das andere, die Pulsschlagnähe, zu bedingen scheint.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.2.2016

Robert Schindel, Scharlachnatter – 9. Februar 2016

„Dem Wiener Dichter und Romancier Robert Schindel fällt es nicht schwer, das Wörterbuch zu bereichern: „Wenn ein Blick hersegelt/ und ich mich überrucke“ heißen zwei Zeilen eines kleinen Gedichts. Man spürt und sieht es Schindels Gedichten an, dass sie durch seinen verspielt-reflektierten Umgang mit der Sprache ganz frisch und neu daherkommen.“

Faust Kultur, 2.2.2016

Jo van Nelsen Trio, Lampenfieber – 13. Februar 2016

„Den Schalk treibt man dem musikalischen Entertainer nicht mehr aus. Es war im Jahr 2014, da feierte der Frankfurter Chansonnier Jo van Nelsen sein immerhin 25. Bühnenjubiläum. Dazu hatte er ein Jubiläumsprogramm namens „Lampenfieber“ konzipiert, voller eigener und traditioneller Chansons mit jazzigen Begleitnoten. Damit sind die Mannen am 13. Februar um 20 Uhr in der Romanfabrik, Hanauer Landstraße 186, nun zum letzten Mal in Frankfurt zu erleben.“

Frankfurter Rundschau, 12.2.2016

Wilhelm Genazino, Außer uns spricht niemand über uns – 16. Februar 2016

„Aus seinem noch unveröffentlichten Roman „Außer uns spricht niemand über uns“ liest der Frankfurter Autor Wilhelm Genazino am Dienstag, 16. Februar, in der Frankfurter Romanfabrik (…). Genazino ist Büchner-Preisträger. Er gilt als Flaneur und mit der Abschaffel-Trilogie als Erfinder des bundesdeutschen Angestellten-Romans. So sind auch die Helden seiner Romane irgendwo in der Mitte der Gesellschaft angesiedelt: nicht zu schön, nicht zu reich, nicht zu erfolgreich.“

Frankfurter Rundschau, 16.2.2016

Reinhard Kaiser, Der glückliche Kunsträuber – 23. Februar 2016


„Die Kunstgeschichte und die Geschichte der großen Museen ist immer auch eine Geschichte des Raubs und der Aneignung fremden Kulturguts. Der Louvre ist voll davon, das ist zwei Männern geschuldet: Napoleon Bonaparte und Vivant Denon (1747-1825). Dessen Leben hat Reinhard Kaiser nun aufgeschrieben. (…) Reinhard Kaisers Lesungen sind stets ein kurzweiliger Mix aus Gelehrsamkeit, Empathie und Witz.“

Kulturelle Kurznachrichten, Februar/März 2016

Christoph Ullrich & Eric Schaefer, Domenico Scarlatti und mehr – 27. Februar 2016

„ „Eric Schaefers emotionale und rationale Intelligenz erlaubt ihm, das Wesen der Musik sofort zu erfassen und sich ihr mit neuartigen Perkussions-Rezepturen zu nähern. Für Christoph Ullrich bedeutet das Einbrechen von Schlagwerk in eigentlich vertraute Klangwelten eine persönliche Neuentdeckung der Musik, was ihm ein selten erlebtes Freiheitsgefühl verschafft“, beschreibt eine Sprecherin der Romanfabrik die Idee. Herausgesucht haben sich die beiden Musiker dazu unter anderem Werke von Domenico Scarlatti, Béla Bartók und Bohuslav Martinu.“

Journal Frankfurt, Nr. 6/2016

Frank Goosen, Förster, mein Förster – 2. März 2016

„Frank Goosen, bekennender VfL-Bochum-Fan und eingefleischter Ruhrgebietler, ist einer der charmantesten Vertreter der literarisch-nostalgischen Fraktion. In seinem neuen Roman „Förster, mein Förster“ steckt sein Held, ein Schriftsteller um die 50, in einer tiefen Sinnkrise. (…) Es ist damit zu rechnen, dass das ein lustiger Abend wird. Ein guter Vorleser ist Goosen nämlich auch.“

Journal Frankfurt, Nr. 6/2016

Nora Bossong, 36,9° – 8. März 2016

„Die in Bremen geborene Dichterin und Romanschriftstellerin Nora Bossong widmet ihren Roman „36,9°“ dem italienischen Philosophen Antonio Gramsci, einem Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens. Auf einer fiktiven und einer halbdokumentarischen Ebene verwebt sie das Leben und den im faschistischen Mailänder Gefängnis erlittenen Tod des großen Denkers mit dem Abenteuer des Göttinger Wissenschaftlers Anton Stöver, der seinen Kollegen Brevi in Rom besucht. (…)Nora Bossong liest heute Abend um 20 Uhr in der Romanfabrik aus ihrem Buch.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.3.2016


Amir Hassan Cheheltan, Der Kalligraph von Isfahan – 15. März 2016

„Der Kalligraph von Isfahan (…) erzählt von Leben und Flucht, von verbotener Liebe und von religiösen Konflikten, der Roman ist eine märchenhaft schöne Parabel auf die aktuellen hässlichen Verhältnisse im Nahen Osten. Der iranische Autor Cheheltan berichtet regelmäßig für die FAZ aus Teheran.“

Website LitPROM, Februar 2016


„Wie es sein muss für einen  Autor, seinen Roman nicht zuallererst in seiner Muttersprache veröffentlicht zu sehen, sondern in einer Übersetzung, konten die Zuhörer zu Beginn der Lesung von Amir Hassan Cheheltan in der Romanfabrik nachvollziehen. Deren Leiter Michael Hohmann bat den 1956 in Teheran geborenen Schriftsteller zunächst, eine Passage in Farsi vorzutragen, damit auch die deutschen Besucher einen Eindruck von der ‚Schönheit der persischen Sprache’ erhalten würden: Neben ihrem melodischen Klang vermittelte sich zugleich die Fremdheit einer Sprache, deren Bedeutung man nicht zu verstehen vermag.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.3.2016

Axel Honneth, Die Idee des Sozialismus – 16. März 2016

„Der Frankfurter Philosoph Axel Honneth geht in seinem Buch „Die Idee des Sozialismus“ der Frage nach, wie die sozialistischen Ideen wiederbelebt werden könnten. Kurzvortrag, moderiertes Gespräch mit Micha Brumlik und Michael Hohmann, anschließend Publikumsgespräch.“

Faust Kultur, 29.2.2016

Feridun Zaimoglu, Siebentürmeviertel –  22. März 2016

„Ein Junge aus Deutschland wächst in einem Istanbuler Armeleuteviertel in der Nachbarschaft von Kurden, Tschetschenen, Armeniern und Griechen bei einer türkischen Familie auf. Sein Vater musste mit ihm 1939 aus Deutschland fliehen, seine Mutter starb bei seiner Geburt. Der Junge heißt Wolf, wird aber Arier gerufen oder Hitlersohn, lernt in neuen familiären Banden und in Kinderbanden zu leben.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.3.2016

Johannes Enders Quartett, Mellowtonin – 23. März 2016

„Zeitloser Jazz mit Melodien, subtilen Abstraktionen und dynamischen Grooves.“

Journal Frankfurt, Nr.7/2016


Seine Musik ist kantiger geworden: Mit neubesetztem Quartett ist Johannes Enders heute zu Gast in der Frankfurter Romanfabrik. […] Es ist sicher keine Beleidigung, wenn man dem Saxophonisten, Komponisten und Bandleader Johannes Enders eine künstlerische Rastlosigkeit auf hohem Niveau bescheinigt. Seitdem er im Oktober 2014 das Album ‚Mellowtonin’ eingespielt hat, … sind zwei weitere Platten des Musikers aufgenommen worden.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.3.2016

Ralph Dutli, Die Liebenden von Mantua – 12. April 2016

„Ein kurioses Ergebnis einer Grabung in Mantua aus dem Jahr 2007 ging um die Welt: Die beiden Jahrtausende alten Skelette wurden als „Romeo und Julia“ der Steinzeit bezeichnet. Danach suchten Finanzkrisen und ein Erdbeben die italienische Stadt heim, und plötzlich waren die Skelette aus dem archäologischen Labor verschwunden. Der Dichter und Romancier Ralph Dutli (…) übersetzt literarische Werke aus dem Russischen und Französischen ins Deutsche, publiziert auch Sachbücher.“

Faust Kultur, 8.3.2016

„Indiana Jones in Italien und ein Versuch über die Liebe: Dutli zieht sämtliche Register.“

Journal Frankfurt Nr. 9/2016


Phil Donkin Quartett, Jazz – 14. April 2016

„Miles Davis hätte ihn ohne Umschweife in den Kreis der Musiker aufgenommen, aus dem er seine Bands zusammenstellte. Charlie Mingus hätte in ihm einen Zwillingsbruder im Geiste erkannt. Dem Cooljazz von der amerikanischen Westküste und in den Studios von Hollywood wäre er mit seinem schnörkellosen Spiel, seinem trockenen Timbre und seiner Intonationssicherheit gerade recht gekommen.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.4.2016


Frank Witzel, Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969 – 19. April 2016

„In seinem Roman fließen in einer wahnwitzigen Mischung Songzitate, Produktnamen, Sprachspiel, Imaginationen und gesellschaftliche Wirklichkeit im Kopf eines 13-jährigen Erzählers zusammen.“

Journal Frankfurt Nr. 9/2016

Dany Lafferiére, Tagebuch eines Schriftstellers im Pyjama – 27. April 2016

„1976 hat Dany Lafferiére seine Heimat Haiti aufgrund der politischen Situation verlassen müssen und floh nach Montreal. In deutscher Sprache liegt nun sein Essay ‚Tagebuch eines Schriftstellers im Pyjama’ über das Schreiben und die Weltliteratur vor. Dabei vergleicht Lafferiére den westlichen Literaturkanon aus der Perspektive seiner karibischen und afrikanischen Erfahrungen.“

Faust Kultur, 21.4.2016

„Lafferière will im Schreiben Grenzen aufheben. Er nimmt das Wort Weltliteratur ernst.“

Journal Frankfurt, Nr. 10/2016

David Helbock Trio, Jazz – 28. April 2016

„In seinen eigenen Produktionen zeigt David Helbock als virtuoser Pianist, phantasievoller Komponist und pfiffiger Arrangeur markanten Gestaltungswillen […] Das junge Trio vereint auf eigene Art Souveränität, Witz und Spielfreunde.“

Journal Frankfurt, Nr. 10/2016

„Mal geerdet, mal abgehoben: Das David Helbock Trio setzt bei seinem raffiniertem Pianojazz auf das Spiel mit musikalischen Kontrasten. Sollte man David Helbocks künstlerische Qualität und Haltung beschreiben, ließe sie sich etwa so zusammenfassen: Er macht lieber einen bogen um den Zeitgeist, als ihm zu folgen.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.4.2016

Michael Quast, Friedrich Stoltze politisch II – 4. Mai 2016

„Michael Quast widmet sich in einer dreiteiligen Reihe in der Romanfabrik dem Frankfurter Schriftsteller und Dichter Friedrich Stoltze. Im Jahr des 200. Geburtstages des Mundart-Dichters sollen noch weitere Projekte folgen. […] Quast liest aus Texten, die bisher nicht publiziert sind, beziehungsweise noch nicht in die bislang veröffentlichten Werkausgaben aufgenommen wurden. Hinter der Reihe der Romanfabrik steckt eine aufwendige Recherche. […] ‚Wir wollen den Fokus auf die literarischen und politischen Texte von Friedrich Stoltze richten’, sagt Quast, ‚das ist unterhaltsam, keine Frage, bei Stoltze ist das ja gar nicht anders denkbar. Aber wir machen diese Reihe für Zuschauer, die keine Radauunterhaltung suchen, sondern Interesse am Autor und seiner Zeit haben.’“

Frankfurter Rundschau, 19.4.2016

Frankfurter Jazzstipendium 2016 – 11. Mai 2016

„Da kam einiges zusammen: Interesse, Wohlwollen, Bekenntnis und nicht zuletzt musikalische Kompetenz. In der Romanfabrik wurde das Jazzstipendium 2016 der Stadt vergeben, nunmehr schon zum 26. Mal. Aber man hatte nicht den Eindruck, hier solle lediglich eine etablierte Preisverleihung routinemäßig bewältigt werden. Fast wirkte es wie die Demonstration einer Herzensangelegenheit, als der demnächst scheidende Kulturdezernent Felix Semmelroth … von der Zukunft des Jazz sprach und wie sehr sie mit der nachwachsenden Generation, aber auch mit der Förderung für diese musikalische Gattung verknüpft ist.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.5.2016

„Schroff und klangmächtig, funkensprühend und auf einem souverän eigenen Weg wirbeln The Where Me?! Die Hinterlassenschaft des Hardbop und des Jazzrock  wie auch der Freien Spielweise auf.“

Frankfurter Rundschau, 13.5.2016

Christian Brückner liest Ror Wolf, Die plötzlich hereinkriechende Kälte im Dezember – 18. Mai 2016

„Ror Wolf lebt noch, zum Glück. Brückner gibt seinen Gedichten eine dramatische Stimme.“

Journal Frankfurt, Nr. 11/2016

„Der Abend, der per Live-Stream übertragen wurde, so dass auf diese Weise Ror Wolf im eine Autostunde entfernten Mainz dabei sein konnte, begann mit einem Auszug aus dem Hörspiel ‚Leben und Tod des Kornettisten Bix Beiderbecke aus Nordamerika’. […] Brückner trug, nein spielte seine Lieblingsgedichte von Ror Wolf vor, im Hintergrund wurden phantastische Collagen des Autors gezeigt.“

BuchMarkt, 20.5.2016

Franz Mon, Sprache lebenslänglich – 24. Mai 2016

„Lang lebe die Rotte ruppiger Querulanten. Herrscher aller Wörter: Der Frankfurter Dichter Franz Mon feiert heute seinen 90. Geburtstag.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6.5.2016

„Gestern Abend wurde in der Romanfabrik in Frankfurt auf besondere Weise gefeiert: Die Veranstaltung zum 90. Geburtstag des Künstlers Franz Mon bot Einblicke in das visuelle und akustische Werk des vielseitigen Wortjongleurs.“

BuchMarkt, 25.5.2016


Giorgio Fontana, Tod eines glücklichen Menschen – 31. Mai 2016


„Ausgehend von einem politischen Mord in Mailand, entwirft Fontana auch ein Bild der ideologischen Grabenkämpfe in Italien, die ihre Wurzeln in der faschistischen Vergangenheit haben und in denen wie üblich die Vernunft zu kurz kommt.“

Journal Frankfurt, Nr. 12/2016


Chris Jarrett, Tales of our times – 9. Juni 2016

„Im Gegensatz zum älteren Bruder Keith genießt der 1956 geborene Chris Jarrett weit weniger mediale Aufmerksamkeit. Was natürlich nichts über sein charakteristisches Spiel und seine Musik aussagt. […] Ein Solo-Konzert mit Potenzial für unvorhersehbare Wendungen und Dynamik.“

Journal Frankfurt, Nr. 13/2016


„Seine Eigenkompositionen sind eruptiv, bisweilen disharmonisch und unkonventionell.“

Frankfurter Rundschau, 8.6.2016

Andy Fierens & Rozalie Hirs mit Jasper van´t Hof und Heinz Sauer – 7. Juni 2016

Die Frankfurter Buchmesse „(…) hat sich in diesem Jahr gleich zwei verwandte Ehrengäste eingeladen, nämlich die Niederlande und Flandern. Die Romanfabrik trägt dieser Idee Rechnung und präsentiert mit Rozalie Hirs (Amsterdam) und Andy Fierens (Antwerpen) zwei ungewöhnliche Dichter, bei denen Werk und Performance nur schwer voneinander zu trennen sind. (…) Begleitet werden Hirs und Fierens musikalisch von dem Duo Jasper van´t Hof und Heinz Sauer an Klavier und Saxophon.“

„Kann wild werden: Poesie und Musik im Zusammenspiel als Vorgeschmack auf den Herbst.“

Journal Frankfurt Nr. 13/2016

Michael Quast, Friedrich Stoltze politisch III – 3. Juni 2016

„Stoltze ist das Vorzeigemodell des Frankfurter Humoristen: schlagfertig, böse, gewitzt.“

Von der Internetpräsenz des Journal Frankfurt


Micha Brumlik, Heidegger und die Neue Rechte – 12. Juni 2016


„Mit den Schlagworten Geburtenrückgang, Masseneinwanderung und Islamisierung versucht eine neue rechte Bewegung in Europa, darunter auch die sogenannte Identitäre Bewegung, Aufmerksamkeit und Macht zu erringen. Der Publizist Micha Brumlik analysierte diese rechte Ideologie (…).“

Faust Kultur, 12.6.2016

Urs Allemann, Michael Braun & Norbert Lange, Weltseele Dada – 14. Juni 2016

„Grenzen durchlöchern, Sinn verdrehen, Ordnungen stören – die Idee von dada ist so notwendig wie immer. (…) Die Dichter und Dada-Forscher Urs Allemann, Michael Braun und Norbert Lange performen die „Weltseele Dada“.“

Frankfurter Rundschau, 14.6.2016

Deutsch-Französische Lyrikwerkstatt – 24. Juni 2016

„Acht herausragende Poeten aus Frankreich und Deutschland übersetzen gegenseitig und mit Hilfe von Übersetzerinnen ihre Gedichte.“

Faust Kultur, 23.6.2016

„Deutschland und Frankreich sind Achsenländer der europäischen Einheit und der europäischen Idee. Beide verbindet eine über tausendjährige Geschichte, die einerseits von Kriegen und Hass, andererseits von reichstem Austausch auf den Gebieten der Literatur, der Philosophie und der Musik geprägt ist. Dichter beider Länder zeigen sich als Grenzgänger, wechseln spielerisch die Seiten, zerbrechen sich die Köpfe.“

Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, August 2016

Harry Oberländer, chronos krumlov – 8. September 2015

„Es handelt sich um Ceský Krumlov, auf deutsch Böhmisch Krumau. Diese kleine an der Moldau gelegene Stadt, ist seit 1992 UNESCO-Weltkulturerbe. In weit verzweigten Gängen beschäftigt sich Oberländer mit der vom Mittelalter bis heute reichen Geschichte der Stadt, andererseits werden dichterisch Anekdoten, Naturbeobachtungen und Schnappschüsse der heutigen Stadt dargeboten. Harry Oberländer hat dieser bemerkenswerten Stadt (…) ein dichterisches Denkmal gesetzt.“

Faust Kulturtipps, 3. September 2015

Lange Frankfurter Lyriknacht - 11. September 2015

„Die fünf Vertreter dieser Kunst – Silke Scheuermann, Paulus Böhmer, Sascha Anderson, Marcus Roloff, Safiye Can sind so unterschiedlich im Ton und im Ausdruck, dass jedem etwas gegeben wird. Die im Jazz wie in der lateinamerikanischen Musik beheimateten Musiker Wilson de Oliveira (Tenorsaxophon) und Tom Schlüter (Klavier) geben nicht nur Intermezzi.“

Faust Kultur, 10. September 2015

Wolfgang Sandner, Keith Jarrett – 16. September 2015

„Der an der Marburger Universität lehrende Autor Wolfgang Sandner hat eine Keith-Jarrett-Biographie vorgelegt, mit der er sich als führender Fachmann des Jazz ausweist.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. September 2015

Jo van Nelsen, Ein Panter in Berlin – 17. September 2015

„Wie das zusammengeht, die Leichtigkeit der zwanziger Jahre, das Politische und die Musik, zeigt nun der Frankfurter Autor, Chansonsänger, Kabarettist Jo van Nelsen in der jüngsten seiner „Grammophonlesungen“. Er, der Sammler alter Shellacks und ebenso alter Grammophone, teilt diese Liebe mit dem großen Tucholsky und zieht die Lieblinge von Peter Panter, so das Pseudonym Tucholskys unter anderem für seine Texte über das Künstlerleben Berlins, aus seiner eigenen Sammlung hervor. Er zeigt dem staunenden Publikum, das Tucholsky, den viele nur in den immergleichen Ausschnitten kennen, einer der ersten Autoren überhaupt war, der Schallplattenkritiken verfasst hat. Und dass die schwarzen Scheiben ihre ganze Zeit bergen. Man muss sie nur zu lesen wissen. Und van Nelsen liest, virtuos die Rollen wechselnd, vieles weniger Bekannte aus Tucholskys riesigem Werk, was akribische Recherche belegt.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. September 2015

Jubiläum der Romanfabrik – 19. September 2015

„(…) Leiter Michael Hohmann macht nicht nur ein spannendes Programm, sondern hat sich zuletzt auch als Herausgeber literaturhistorischer Bücher hervorgetan.“

Journal Frankfurt Nr.19, 28. August – 10. September 2015

„Im Frankfurter Ostend eröffnete vor 30 Jahren die Romanfabrik. Zehntausende Besucher, Tausende Künstler und Autoren waren während dieser drei Dekaden hier zu Gast, an „einem Ort der Begegnung und Ort ständig neuer ästhetischer Erfahrung“

Frizz, September 2015

„Die 80er Jahre gelten allgemein hin nicht als die Paradezeit kultureller Kulminationen. Auch in Frankfurt gab es zur Mitte des Jahrzehnts keinen Treffpunkt für Künstler und Literaten. Doch genau in dieser Zeit begann die Geschichte der Romanfabrik – die selbst wie ein Roman klingt: Ein Pelzdieb beginnt im Knast zu schreiben. Eine erfolgreiche Cartoonistin verliebt sich in ihn. Ein Bordellbesitzer richtet dem Knacki nach der Entlassung eine Kellerkneipe ein. Bald gibt es dort regelmäßig Lesungen, Autorengespräche und sonstige literarische Veranstaltungen. (…) In den folgenden drei Jahrzehnten hat die Romanfabrik (…) diverse Umzüge, Widrigkeiten und Neuerungen überstanden und kann heuer Jubiläum feiern.“

Frankfurter Rundschau, 7. September 2015

„Vor dreißig Jahren taten sich ein Ex-Berufsdieb auf Freigang und eine erfolgreiche Cartoonistin, die sich bei der Arbeit allein zu Hause langweilte, zusammen, um sich einer gemeinsamen Leidenschaft zu widmen: Der Literatur. Peter Zingler und Doris Lerche wollten einen Ort schaffen, wo gelesen und anschließend darüber gesprochen werden kann. Wo ein Austausch stattfindet, der Mehrwert mit sich bringt. Mithilfe des Bordelliers Dieter Engel setzten sie ihr Vorhaben um und gründeten 1985 in einer Kellerkneipe eben diesen Ort, der schnell zur Institution wurde.
Herta Müller las dort aus ihrem ersten Roman, als sie noch niemand kannte, Stars wie Mario Adorf und Udo Jürgens gaben sich die Ehre. Viel ist passiert in den vergangenen 30 Jahren, die die Romanfabrik nun mit einer Revue am heutigen Standort in der Hanauer Landstraße feierte. Für die diversen Programmpunkte einen gemeinsamen Nenner zu finden, wurde gar nicht erst versucht, die Beiträge waren so vielseitig wie die Romanfabrik sich stets verstanden hat.“

Frankfurter Rundschau, 20. September 2015

„Die (Kunst) nämlich sollte von nun an die Hauptrolle spielen auf der Bühne der Romanfabrik auf dem Union-Gelände, wo das etwas andere Literaturhaus nach den Anfängen in einem Keller in der Uhlandstraße seit mittlerweile auch schon wieder 16 Jahren residiert. Mit Jazz und Literatur und Kleinkunst, mit mal komischen, mal durchaus nachdenklichen Texten und mithin dem ganzen Spektrum des Kulturprogramms, für das diese längst zur Institution gewordene Bühne seit 30 Jahren steht.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. September 2015

Éric Vuillard, Kongo – 22. September 2015

„Hochpoetisch und zugleich ungewöhnlich frech analysiert Éric Vuillard die Kolonialgeschichte und die Allgegenwart der Gier. Nicht als Historiker, sondern als Dichter nimmt er den Leser mit von der Berliner Kongokonferenz (1884), auf der Europa unter sich Afrika verteilte, bis zum Kongo, Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II.“

Frankfurter Neue Presse, 21. September 2015

Michael Stolleis, Margarethe und der Mönch. Rechtsgeschichte in Geschichten – 23. September 2015

„Vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart reichen die mitunter kuriosen Begebenheiten, die Rechtsgeschichte geschrieben haben. Michael Stolleis war Professor für Öffentliches Recht in Frankfurt und leitete ebenda lange das Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte. Neben zahlreichen Ehrendoktorwürden wurde er 1992 mit dem Leibniz- und 2000 mit dem Balzan-Preis ausgezeichnet.“

Frankfurter Rundschau, 12. September 2015

Georgi Mundrov, Liebe fern der Heimat – 24. September 2015

„Wenn die Frankfurter Romanfabrik (…) heuer ihren 30. Geburtstag feiert, geht es mitunter auch klassisch zu. Zum Beispiel am 24.9. (…) wenn der Pianist Georgi Mundrov einen Chopin-Abend präsentiert. Selbiges tut er in der Tradition des Pariser Salons: Er interpretiert und moderiert zugleich und betrachtet das Thema „Liebe fern der Heimat“.“

Frankfurter Rundschau, 23. September 2015

Amici-Ensemble & Felix von Manteuffel – 3. Oktober 2015

„Als ein musikliterarisches Festival idt der 3.10. in der Romanfabrik überschrieben. Gleich drei höchstunterschiedliche Programmpunkte werden über den Tag verteilt angeboten. Die haben von Kindermatinee mit Geschichten, Musik und Zauberei rund um Otfried Preußlers „Der Räuber Hotzenplotz“ (…) bis zur „Amici-Lounge“ (…) eine Klammer: Das kammermusikalisch orientierte Amici-Ensemble mit Topsolisten aus dem hr-Sinfonieorchester und dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester.“

Journal Frankfurt Nr.21, 25. September – 8. Oktober 2015

Gary Shteyngart, Kleiner Versager – 7. Oktober 2015

„Ist es anmaßend, wenn ein 43-Jähriger seine Autobiografie schreibt? Klare Antwort: Nein, wenn man ein Leben hinter sich hat, das eigentlich ein Roman sein könnte. Und wenn man es so witzig, selbstironisch und neurotisch aufschreiben kann wie Shteyngart.“

Journal Frankfurt Nr.21, 25. September – 8. Oktober 2015

Christoph Irniger Pilgrim – 8. Oktober 2015

„Eruptiv oder atmosphärisch: Ambitionierter aktueller Jazz für offene Ohren.“

Journal Frankfurt Nr. 21, 25. September – 8. Oktober 2015

Abend für Matthias Beltz – 29. September 2015

„Es ist schon wieder 13 Jahre her, dass Beltz gestorben ist. So einen könnte man immer gebrauchen. Die Romanfabrik erinnert an den Kaberettisten.“

Homepage Journal Frankfurt

Andrea Kluitman liest: Herma Warner, Das indonesische Geheimnis – 17. Oktober 2015

„Warner erinnert in dem autobiografischen Werk an ihre Jugendzeit im Indonesien der 20er und 30er Jahre. Als Tochter von Holländern in Jakarta geboren, wuchs sie dort auf. Als junge Erwachsene muss sie erfahren, dass die politischen Verhältnisse in der niederländischen Kolonie alles in Frage stellen, was sie als ihre Heimat begriff.“

Frankfurter Rundschau, 17. Oktober 2015

Las Ranas, Duo Porteno de Tango - 25. Oktober 2015

„Das argentinische Tango-Duo Las Ranas (…) kehren im Rahmen ihrer 16. Europa-Tournee in die Romanfabrik zurück. Sie haben ihre musikalische Karriere im legendären Café Tortoni in Buenos Aires begonnen, stellten mir ihrer zweiten CD El Limonero Real vor allem Eigenkompositionen vor.“

La Guía de Frankfurt/Rhein Main, 7. Oktober 2015 

Jochen Nix und Frankfurt Jazz Trio – 29. Oktober 2015

„Ein Dialog von Wort und Ton zwischen Nix und dem Frankfurt Jazz Trio: doppelter Spaß.“

Journal Frankfurt Nr. 23, 23. Oktober – 5. November 2015

Wolf Wondratschek, Mara – 6. November 2015

„Die Macher der Romanfabrik sind da offen und ehrlich: „Dieser Abend ist ein Wunschabend der Romanfabrik und von Wolf Wondratschek. Er wird aus seinen Gedichten und aus „Mara“ (2003) lesen.““

Frankfurter Rundschau, 6. November 2015

„Wondratschek, berühmt geworden mit dem Band „Früher begann der Tag mit einer Schusswunde“, verfügt über ein respektables Werk, bestehend aus Romanen, Erzählungen und Gedichten. Den rebellischen Ton hat der passionierte Boxfan nie abgelegt.“

Journal Frankfurt Nr. 24/25, 16. November – 19. November 2015

Alex Capus, Reisen im Licht der Sterne – 11. November 2015

„Capus ist ein Spezialist für die kunstvolle Vermischung realer und fiktionaler Ebenen. Zudem geht es um einen Schatz und um ein Abenteuer.“

Journal Frankfurt Nr. 24/25, 16. November – 19. November 2015

Mutare Ensemble – 14. November 2015

„Jetzt hat die Romanfabrik gemeinsam mit der um die Ecke angesiedelten Jungen Deutschen Philharmonie und dem vor mehr als 30 Jahren gegründeten Mutare Ensemble eine weitere Konzertreihe ins Leben gerufen, in deren Mittelpunkt Werke der französischen Komponisten Claude Debussy und Maurice Ravel stehen. „Beide markieren Wendepunkte zu Beginn der musikalischen Moderne, da sie in ihrem Schaffen außereuropäische Musiktraditionen aufnehmen. Sie geben damit auch ein Beispiel für erfolgreiche Integration des verstörend-betörenden Fremden in unser Leben“, begründeten die Macher ihre Idee.“

Journal Frankfurt Nr. 24/25, 16. November – 19. November 2015

Helmut Ortner, Fremde Feinde – 18. November 2015

„Verhaftet, vorgeführt, hingerichtet. Unschuldig? Der Prozess gegen die Anarchisten Sacco und Vanzetti gilt als einer der unfairsten der US-Justizgeschichte. Noch heute gilt ihr Fall als Schulbeispiel für Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. (…) Helmut Ortner ist Schriftsetzer, Zeitschriftenentwickler und politischer Publizist. Sein Buch „Fremde Feinde“ erschien im Verlag Nomen.“

Faust Kultur, 12. Oktober 2015

„Ortner war nicht nur viele Jahre Chefredakteur des Journal Frankfurt, sondern auch ein Autor von gut recherchierten, packend geschriebenen Sachbüchern.“

Homepage Journal Frankfurt, 18. November 2015

Alaa al-Aswani, Der Automobilclub von Kairo – 19. November 2015

„Alaa al-Aswani, Romancier, Publizist und Zahnarzt, setzt sich unermüdlich für ein demokratisches Ägypten ein. Seine Romane erreichen gewaltige Auflagen.“

Frankfurter Rundschau, 2. November 2015

„In dem Roman „Der Automobilclub von Kairo“ geht es zum einen um die Kairoer Gesellschaft Ende der 1940er Jahre, zum anderen aber auch um einen Schriftsteller, dessen Besucher an der Haustür sich als zwei seiner Romanfiguren herausstellen. Der reale Autor des Romans, der in Kairo lebende Alla al-Aswani, gehört zu den meistgelesenen Schriftstellern in der arabischen Welt (…).“

Frankfurter Rundschau, 19. November 2015

Johannes Kirchberg, Heute zwischen gestern und morgen – 21. November 2015

„Johannis Kirchberg begibt sich (…) auf eine Zeitreise zum Beginn des 20. Jahrhunderts. In seinem Chansonabend „Heute zwischen gestern und morgen“ singt Johannis Kirchberg Tucholsky, er spielt und rezitiert ihn.“

Frankfurter Rundschau, 21. November 2015

Jan Seghers, Die Sterntaler-Verschwörung – 24. November 2015

„Den Hintergrund des Romans „Die Sterntaler-Verschwörung“ bilden die hessischen Landtagswahlen von 2008, die mit einem Patt enden. Der Ausbau des Frankfurter Flughafens steht auf dem Spiel. Enge Vertraute des Regierungschefs wollen für eine Bereinigung der Situation sorgen, was aber gründlich misslingt. Dann wird eine bekannte Journalistin in einem Frankfurter Hotelzimmer erschossen. Nach und nach entdeckt Marthaler die Verbindungen. Personal und Szenerie bedienen sich der Realität, wenngleich der Autor beteuert, dass alles frei erfunden sei.“

Faust Kultur, 12. Oktober 2015

Marcel Beyer, Graphit – 8. Dezember 2015

„Im Wintersemester 2015/16 hält der Romancier und Dichter Marcel Beyer unter dem Titel „Das blinde (blindgeweinte) Jahrhundert“ die Frankfurter-Poetik-Vorlesungen. In der Romanfabrik liest der in Dresden lebende Autor aus seinem 2014 erschienenen Lyrikband „Graphit“. In seinen Gedichten stellt Marcel Beyer Beziehungen zu den Kollegen Georg Trakl, Ezra Pound, Thomas Kling und Robert Musil her. Beyer verfasst auch Opernlibretti und erhielt zuletzt den Oskar Pastior-Preis und den Literaturpreis der Stadt Bremen.“

Faust Kultur, 1. Dezember 2015

„(…) Gedichte voll schöner Rhythmik und intensivem Klang. Gedichte, die den Lesern aber auch einiges abverlangen, Recherche zum Beispiel. Denn wie in seinen Romanen, etwa „Flughunde“ ist Beyer fasziniert von der Geschichte, der Schrift und den Zeiten: „Kulturarchäologische Suchbewegung“ nannte es Literaturkritiker Helmut Böttiger.“

Frankfurter Rundschau, 1. Dezember 2015

„Beyer ist einer der großartigsten deutschsprachigen Schriftsteller der Gegenwart. Er verbindet mühelos die unterschiedlichsten Gattungen und Disziplinen; er schreibt Romane und Gedichte.“

Homepage Journal Frankfurt, 8. Dezember 2015   

Jürgen Wuchner Quartett – 17. Dezember 2015

„Der Darmstädter Kontrabassist Jürgen Wuchner ist eine wuchtige Integrationsfigur, eines jener genauso raren wie wichtigen Gravitationszentren im Netzwerk des deutschen Jazz, der über alle Stil- und Genregrenzen hinaus denkt, weshalb er schon 1996 den Hessischen Jazzpreis erhielt.“

Strandgut, Dezember 2015

„Ob seiner keine Grenzen kennenden Spielweise ist Jürgen Wuchner einer der markantesten unter den Bassisten des Jazz in Deutschland. Maßgeblich ist für ihn bis heute die Freiheit, die Protagonisten wie Ornette Coleman in den 60er Jahren dem Jazz erschlossen haben, Bezüge auf die klassisch-romantische Musik inbegriffen. (…) Einige Stücke sind geprägt durch leise, gedämpfte Klänge, zuweilen bis an den Rand der Wahrnehmbarkeit. Andere wieder (…) sind durch einen gewissen swingenden Groove gekennzeichnet. (…) Zuweilen ist der Musik ein unterschwelliger musikantischer Spielwitz eigen. Über den überlegenen, wagemutigen Formsinn hinaus (…) vermag diese Musik mit einer ruhenden Vitalität für sich einzunehmen.

Frankfurter Rundschau, 19. Dezember 2015 

An dieser Stelle finden Sie Ausschnitte aus der Berichterstattung über die Romanfabrik und über einzelne unserer Veranstaltungen.