Die in Frankfurt geborene Nina Bußmann legt mit Große Ferien (Suhrkamp) ihren ersten Roman vor. Beim letztjährigen Ingeborg Bachmann Preis 2011 erhielt sie für Auszüge aus dem Roman den 3-SAT-Preis erhielt. Ihre Hauptfigur ist der Lehrer Schramm, den der Leser zunächst hochkonzentriert beim Unkrautjäten und beim Beäugen einer Orchideenpflanze kennenlernt. An der Schule hat er sich den Ruf eines Tyrannen erworben, was mit seiner Kindheit zusammenhängen mag, in der er unter einem überstarken Vater, einer schwachen Mutter und einem erfolgsgewohntem Bruder litt. Über der Geschichte liegt wie eine dunkle Wolke ein nicht weiter erläuterter Vorfall, dessen Folgen Schramm meint erleiden zu müssen. Das Verhalten von Schülern und Lehrern erscheint ihm wie eine Verschwörung, durch deren Spinnennfäden seine gesamte Wahrnehmung gelenkt wird. Schramm nimmt Vermutungen für Gewißheiten und wird schließlich zu einem gesellschaftlichen Außenseiter.
| TEXT | 20:30 Uhr | Eintritt 6 Euro (ermäßigt: 3 Euro)