„Dieses Buch ist keine Biographie“, schreibt Helmut Lethen im Vorwort seiner großen Studie Der Sound der Väter. Gottfried Benn und seine Zeit. Lethen entwirft in zwölf elegant geschriebenen und miteinander verbundenen Kapiteln das Lebensbild eines zeitlebens unzeitgemäßen Betrachters, eines Mannes, der die Verdunkelung und das Doppelleben liebte, eines Mannes, der als expressionistischer Dichter Furore machte, sich 1933 den Nazis andiente, dann in die innere Emigration ging und in den fünfziger Jahren ein grandioses Comeback als Dichter erlebte. Dieser Benn-Band ist eine Fortschreibung von Lethens herausragendem Buch Verhaltenslehren der Kälte. Lebensversuche zwischen den Kriegen (1994), das längst als wegweisendes Standardwerk gilt. Helmut Lethen lehrte an den Universitäten Utrecht und Rostock. Der Sound der Väter ist bei Rowohlt Berlin erschienen.
| Text | 20:30 Uhr | Eintritt: 6 Euro (Ermäßigt: 3 Euro)