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Mörderische Nachbarn – Krimis aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden

Jürg Amann
Pekinger Passion

Jürg Amann

Der Züricher Schriftsteller Jürg Amann hat mit Pekinger Passion (Arche Verlag) eine großartige Kriminalnovelle geschrieben, die der Suche nach Wahrheit viel Stoff liefert. Denn sechzehn Jahre nach ihrer angeblichen Ermordung — der vermutete Täter wurde hingerichtet — taucht das „Mordopfer“ wieder auf. In fünf unterschiedlichen Ich-Perspektiven, vom Mörder bis hin zum angeblichen Opfer, wird der ganze Fall neu aufgerollt, fünf Mal lesen wird die gleiche Geschichte, doch jedes Mal neu. Amann hat, angelehnt an Kurosawas Film Rashōmon (1950), ein Meisterstück der Kriminalliteratur geliefert, das uns auch im Alltag behilflich sein wird, über die wirklich wahre Wahrheit genauer Bescheid zu wissen.

Moderation: Holger Ehling.
Diese Lesung wird gefördert durch die Stiftung pro helvetia.
In freundlicher Zusammenarbeit mit Zürich Tourismus.

| Text | 20:30 Uhr | Eintritt: 6 Euro (ermäßigt: 3 Euro)

Weitere Informationen

Was ist Wahrheit, wenn es mehrere Wahrheiten gibt? Fünfmal die gleiche Geschichte über einen Mord, und jedesmal ist es eine andere. Spannung auf höchstem literarischem Niveau vom Meister der kleinen Form.

Alles paßt zusammen: die Leiche im Park mit der Pagode, das Geständnis des Mörders, die Zeugenaussagen, die Gutachten. Da taucht zwanzig Jahre später plötzlich die vermeintlich Ermordete in Peking wieder auf. Wer ist das Opfer, wer der Täter? Und zu welchem Mord paßt das Geständnis? Doch der Fall des Schülers Teng Xingshan, der sich in die exotisch-schöne Geschichtslehrerin mit den europäischen Augen verliebt hat und dessen Passion zur Obsession wurde, kann nicht neu aufgerollt werden — der vermeintliche Mörder ist längst hingerichtet worden...

Inspiriert von der Meldung einer chinesischen Nachrichtenagentur und in Anlehnung an den legendären Film Rashômon des japanischen Regisseurs Akira Kurosawa läßt Jürg Amann fünf Betroffene fünfmal die gleiche Geschichte erzählen, doch es ist jedesmal eine andere. Arche Verlag, 128 Seiten, 16,- €

Jürg Amann, geb. 1947 in Winterthur, Dr. phil., lebt in Zürich. Literaturkritiker und Dramaturg, seit 1976 freier Schriftsteller. 1982 Ingeborg-Bachmann-Preis, 1983 Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis, 1989 Preis der Schweizer Schillerstiftung und Kunstpreis der Stadt Winterthur.

Stimmen zum Buch

»Das Buch überzeugt durch die »erzählerische Umsetzung. (…) Die Auflösung gängiger Muster ist sprachlich virtuos verknappt umgesetzt (…) Das sind nicht einfach manieristische Sprachspielereien, das ist anschauliches Gleiten von Signifikanten. Das ist lesbare Dekonstruktion — lesenswert.«
Sibylle Saxer, Neue Zürcher Zeitung

»Eine fantastische ‚Kriminalnovelle’, die allerdings weder Novelle noch Krimi ist, sondern eine mehr als lesenswerte Hommage an Franz Kafka.«
Michael Bauer, Focus

»Pekinger Passion hat Jürg Amann seine Erzählung genannt, und schon im Titel beginnt ein Spiel der Täuschungen, das sich immer mehr steigert und den Leser verwirrt, aber glücklich zurücklässt. (…) Klar ist, dass es längst nicht mehr um Wahrheit geht, sondern um ein raffiniertes, sich an sich selbst berauschendes Vexierspiel, angetrieben von den anarchischen Kräften des Begehrens.«
Nicole Henneberg, Basler Zeitung

»Fünf Sichtweisen zur selben Geschichte erzählt Amann (…) und gerade wegen dieses Schwebezustands und dank Amanns sprachlicher Virtuosität liest sich das Kammerstück spannend und wirkt noch lange nach.«
Der Bund

»Die Geschichte von Jürg Amann liest sich wie ein Krimi. Sie ist aber ein filigranes Kleinod, in dem der in Winterthur aufgewachsene Autor von zwischenmenschlichen Irrungen und Wirrungen erzählt, die tödlich enden.«
Sonja Kolb, Neue Zuger Zeitung

»Alle fünf Versionen sind überzeugend, sind psychologisch stimmig, jede könnte wahr sein. Aber es könnten auch alle Versionen falsch sein oder nur Teilwahrheiten über das Geschehene enthalten. — Ein kleines Meisterwerk.«
Wolfgang Platzeck, Westdeutsche Allgemeine Zeitung

»Amanns Stil ist elegant, präzise und ohne Verzierungen — gerade das macht die „Passion“ zu einer spannenden und schnellen Lektüre.«
Regina Krieger, Handelsblatt

»Jürg Amann mordet kurz und meisterlich. Jürg Amann hat eine spannende Krimi-Novelle geschrieben. Amann ist ein Meister der kleinen Form. Die Sprache seiner Monologe ist sensibel. Man fühlt die Emotionen mit, die sich hinter den Berichten verbergen.«
News

»Neben einer Geschichte von der immerwährenden Suche nach Wahrheit ist Jürg Amanns brillantes neues Buch auch eine von Schuld und Sühne — und ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die Todesstrafe. `Pekinger Passion´ kann man lesen als kunstvoll verfasste Dokumentation, als raffinierten Psychothriller oder als Liebesgeschichte voller verhaltener Erotik, auch als ebenso fesselnden wie ungewöhnlichen Kriminalroman.«
Inge Zenker-Baltes, Nordwestradio