Peter Zingler, Im Tunnel - 29. August 2017

„Wenn auf der eigenen Website folgendes steht, ist die Neugier der Leser bereits entfacht: „Schulabbruch, danach Ein- und Ausbrecher. Zingler lebte in Marokko, Spanien, Sizilien, Jamaika und in internationalen Gefängnissen.“ Man wird ein wenig atemlos beim Lesen von Peter Zinglers Geschichte. (…) Sein Roman offenbart eine außergewöhnliche Lebensgeschichte.“

Frizz August 2017  

 

Eric Plandé, Bob Degen & Heinz Sauer, Zwei Duos - ein Trio  - 7. September 2017 

„Hein Sauer, der Meister, Eric Plandé, der Schüler, und Bob Degen, der Zaubermeister, der die beiden Saxophonisten zu einer vollkommenen Übereinstimmung führt, wenn sie Themen von Joachim Kühn oder Carla Bley spielen. Ein musikalisches Triptychon in herrlicher Klangesfülle, dessen Motto die unbedingte Freiheit im Ausdruck ist.“

Frizz September 2017

 

Noëlle Revaz, Das unendliche Buch – 12. September 2017 

„Die Schweizer Autorin Noëlle Revaz begibt sich in ihrem jüngsten Roman „Das unendliche Buch“ in den Medien- und Literaturzirkus. Der Hauptakteur ist allerdings das Fernsehen mit seinen klischeebeladenen Gesprächsrunden. Hier entwickelt sich dank der Nebenrollen, die von zwei attraktiven Schriftstellerinnen besetzt sind, eine burleske Komödie.“

Frankfurter Rundschau, 11. September 2017

 

Robert Menasse, Die Hauptstadt – 18. September 2017 

„In Robert Menasses neuem Roman heißt die Hauptstadt Brüssel. Die Helden sind zum großen Teil Beamte der Europäischen Kommission, aus den unterschiedlichsten Ländern der Union stammend. Aus Langeweile lässt die für Kultur zuständige Direktorin ein Projekt entwickeln, das für Unruhe sorgt. Dieses dem Normalbürger kaum zugängliche Milieu mit seinen Skurrilitäten wird eindrucksvoll geschildert, die Charaktere wirken mit ihren Eigentümlichkeiten wahr, deren Arbeit lässt die Kommission mehr oder weniger vernünftig erscheinen. Tatsächlich geht es Robert Menasse um die bedrohte Zukunft des Projekts EU.“

Faust – Kultur, 12. September 2017 

 

Sandra Kegel stellt vor: Ferdinand Schmalz: Bachmann-Presiträger – 19. September 2017 

„Heute Abend stellt die Literaturredakteurin Sandra Kegel den diesjährigen Preisträger des Bachmann- Wettbewerbs, Ferdinand Schmalz, in der Romanfabrik vor. (…) Der österreichische Autor bewarb sich mit dem Text „mein lieblingstier heißt winter“, der Geschichte des Tiefkühlkostlieferanten Franz Schlicht. Dessen Kunde Doktor Schauer tritt mit einer seltsamen Bitte an ihn: Er möge seinen Körper nach durchgeführtem Selbstmord in die Tiefkühlkiste verstecken.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. September 2017  

 

Philosophisches Café: Wolf Singer, Über Schönheit und Wahrheit – 27. September 2017 

„Menschen haben die Poesie offenbar nicht erfunden. Jedenfalls nicht die metrische Form der Gedichte aus Hebung und Senkung. In der gutbesuchten Frankfurter Romanfabrik sorgte der Hirnforscher Wolf Singer für Heiterkeit im neugierigen und daher fragewütigen Publikum, als er erklärte, wie männliche Grillen um Weibchen werben: „Das Weibchen achtet auf die Präzision der Metrik.“ Männchen, die im Takt blieben, hätten bessere Chancen, sich fortzupflanzen. (…) Im limbischen System wird entschieden, was der Mensch als regelhaft und stimmig, also angenehm empfindet. (…) Das Hirn könne auch nur zwischen stimmig und unstimmig unterscheiden, aber keine objektiven Wahrheiten erkennen. Einen Bogen vom Schönen zum Wahren wie weiland Platon konnte Hohmann also nicht schlagen.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. September 2017

 

Omer Klein Trio, Sleepwalkers – 5. Oktober 2017 

„In seinem chaotischen Land sei man ständig gefordert, Entscheidungen zu treffen und schnelle Lösungen zu finden. Mit der Fähigkeit zu improvisieren erklärt der israelische Jazzmusiker Omer Klein, der zurzeit in Köln lebt, auch den internationalen Erfolg seines Jazz-Trios. Weiterhin bezieht das Omer Klein Trio seine Einflüsse aus der traditionellen jüdischen Musik, der Liedkunst der Romantik sowie der Rockmusik.

Frankfurter Rundschau, 4. Oktober 2017

„Bei Omer Klein gibt es keine impressionistisch verschwimmenden Klangflächen, keine musikalischen Abstraktheiten, die man möglicherweise wahrnimmt, wenn man das Seziermesser musikwissenschaftlicher Analyse anlegt, keine Zickzackmelodien ausgefeilter Zwölftontechnik. Was erklingt, besitzt Kontur,  ist immer melodisch fassbar, irgendwie konkret, nahezu sangbar und besitzt einen packenden rhythmischen Jazz-Groove, also etwas Treibendes, Brodelndes, Unausweichliches.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Oktober 2017 

 

Jean-Paul Schintu & Bruno Raffaelli lesen: Briefwechsel Paul Celan - René Char – 13. Oktober 2017 

„Der Dichter Paul Celan, geboren 1920 in Czernowitz, hatte sich 1948 in Paris niedergelassen. Dort lernte er seinen Dichterkollegen René Char (geb. 1907) kennen, dessen Gedichte er auch ins Deutsche übertrug. Von 1954 bis 1968 standen beide im regen Briefwechsel: der den Vernichtungslagern entkommene Jude mit dem aktiven Résistance-Kämpfer. Beide haben den Tod ihrer Nächsten erleben müssen, das Untertauchen kennengelernt, den todbringenden politischen Hass. Vorgetragen wird der Briefwechsel von Jean-Paul Schintu und Bruno Raffaelli. Schintu ist Schauspieler und Dramaturg, er at zahlreiche musikalisch-literarische Projekte entwickelt. Raffaelli ist Mitglied des Ensembles der Comédie Francais und hat in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt.“

Faust Kultur, 5. Oktober 2017

 

Marie NDiaye, Délivrance – Erlösung (Francfort en Francais – Frankfurt auf Französisch) – 12. Oktober 2017 

„Denis Cointe und die Compagnie Translation haben die Erzählung „Délivrance“ („Erlösung“) der in Berlin lebenden Autorin Marie NDiaye für die Bühne bearbeitet. Der Protagonist lebt im Ausland und muss sich in einer ihm fremden Sprache ausdrücken. Seine Frau beantwortet seine Briefe nicht, er schwankt zwischen Wut, Verzweiflung und Hinnahme.“

Frankfurter Rundschau, 10. Oktober 2017

 

Dacia Maraini, Das Mädchen und der Träumer – 1. November 2017

„Der Lehrer Nani Sapienza träumt von einem Mädchen, das seiner verstorbenen Tochter ähnlich sieht. Nachdem er am Morgen danach von der vermissten Lucia im Radio hört, ist er überzeugt, dass sie ihm im Traum erschienen ist. Nach Wochen der vergeblichen Suche geben Polizei und Eltern auf. Nur Nani hört nicht mit seinen besessenen Nachforschungen auf und zieht den Argwohn der Kleinstadt auf sich. (…) Die 1936 in Fiesole geborene Dacia Maraini ist die mehrfach ausgezeichnete Grande Dame der italienischen Literatur.“

Mailaussand des Italienischen Generalkonsulats Frankfurt

„Große Dame der italienischen Literatur, Feministin europäischen Formats, ewige Nobelpreisanwärterin. Starke Kämpferin für Bürgerrechte, rastlose Reisende. Lebensgefährtin Alberto Moravias, Freundin Pier Paolo Pasolinis: Dacia Maraini in Frankfurt zu begrüßen war Michael Hohmann eine Ehre. In Zusammenarbeit mit Italiens Generalkonsul Christiano Cottafavi ermöglichte der Leiter der Romanfabrik die Begegnung mit einer lebenden Legende. Dem entsprach der rege Andrang eines fast ehrfürchtigen Publikums. (…) Lebensklug und hellwach präsentierte Maraini sich in der Diskussion, bei der sie auch Einblick in ihre Schreibwerkstatt gewährte“

Offenbach-Post, 3. November 2017

 

Alissa Walser, Eindeutiger Versuch einer Verführung – 28. November 2017 

„Die Romanautorin Alissa Walser hat in ihrem jüngsten Band „Eindeutiger Versuch einer Verführung“ Notate zum Leben versammelt. Aus persönlichen Begegnungen oder Erzählungen Dritter entstanden reflektierende erzählerische Texte, in denen dem Erlebten versucht wird, eine Bedeutung zu geben. Eine Art Sinn oder Moral der Geschichte zum Verhalten in unangenehmen, seltsamen oder beiläufigen Situationen wird dazu notiert. Man könnte diesen Band ein Tagebuch nennen, in dem alles Private verallgemeinert ist. Da aber alle Begebenheiten so unmittelbar geschildert sind, scheinen sie wahr zu sein, und so haben die Notate auch eine philosophische Note.“

Faust Kulturtipps, 20. Oktober 2017

 

Moritz Eggert & Peter Schöne: Herbert Heckmann in Literatur und Musik – 26. Oktober 2017 

„Herbert Heckmann, geboren 1930 in Frankfurt, ist nicht nur mit seinen Romanen „Benjamin und seine Väter“ und „Die Trauer meines Großvaters“ bekannt geworden. Auch der Gedichtzyklus „Laßt uns ungereimt sein“ gehört zu seinem Werk. Diesen Zyklus hat Heckmanns Sohn, der Münchner Komponist Moritz Eggert, vertont.“

Frankfurter Rundschau, 24. November 2017

 

Lange Frankfurter Lyriknacht – 27. Oktober 2017 

„Zum nunmehr dritten Mal veranstaltet die Romanfabrik in Frankfurt eine lange Lyriknacht mit Dichterinnen und Dichtern aus der Stadt und ihrer Nachbarschaft und Umgebung. (…) (Es) sind gleich drei Lyriker-Generationen vertreten. Als Debütant ist Moritz Hürtgen dabei, Redakteur beim Satiremagazin der Titanic. Als Senior der Nacht tritt Franz Mon an, 1926 geboren. Weitere Mitwirkende sind Sascha Anderson, Paul-Henri Campell sowie Safiye Can.“

Frankfurter Rundschau, 25. Oktober 2017

 

Salon Fluchtentier No. 7: Orsolya Kalász, Carl-Christian Elze & Sandra Burkhardt – 7. November 2017

„Die 1992 geborene Sandra Burkhardt gewann 2016 den Lyrikpreis des Open Mike mit Interlinear-Übertragungen von Gedichten Petrarcas. Carl-Christian Elze, geboren 1974, lebt in Leipzig und schreibt neben Lyrik auch Prosa und Drehbücher. (…) Die 1964 im ungarischen Dunaújváros geborene und zweisprachig schreibende Orsolya Kalász wurde in diesem Jahr mit dem Peter-Huchel-Preis für ihren Band „Das Eine“ (…) ausgezeichnet.“

Faust-Kultur, 2. November 2017

 

Wetterbericht: Eine Bestandsaufnahme 50 Jahre nach 68 – 14. November 2017 

„Angesichts aktueller politischer Unsicherheiten scheint eine Bestandsaufnahme gerechtfertigt. Für den Band „Wetterbericht“ (…) haben diverse Autoren untersucht, was die momentane Krise mit 1968 zu tun hat. In der Romanfabrik in Frankfurt diskutieren am Dienstag, 14.11., drei von ihnen darüber. Die Politikwissenschaftlerin Petra Dobner, der Außenpolitikexperte Joscha Schmierer sowie Tom Koenigs, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses im Bundestag.“

Frankfurter Rundschau, 13. November 2017

 

Jan Costin Wagner, Sakari lernt, durch Wände zu gehen – 18. November 2017 

„Kimmo Joentaa ist wieder da. Der Roman-Kommissar, mit dem der deutsche Schriftsteller und Finnland-Liebhaber Jan Costin Wagner wiederholt raffinierte Krimis erzählt, dringt in zwei scheinbar verknüpfte Fälle ein: eine Messerattacke auf eine Polizisten und ein Hausbrand, bei dem ein kleiner Junge stirbt. „(Wagners) Krimis sind keine klassischen Whodunits, sondern melancholische Psychostudien über Trauer und Tod, Schuld und Sühne“, so Spiegel-Online.“

Frankfurter Rundschau, 20. November 2017

„Die nordisch-melancholische Stimmung ist nicht abhandengekommen. Fröhliche Szenen mit Joentaa und seiner Tochter hat der Autor als Gegengewicht zu den anderen Figuren inszeniert, die wie durch einen Nebel wandern, außerhalb des Lebens stehen, während ihnen Tragödien widerfahren, die kaum zu ertragen sind. So ist der Leser mit stetigem Perspektivwechsel konfrontiert, im typischen Wagner-Stil. Die Sprache ist klar und bildhaft-poetisch zugleich, der Moment des Todes klingt so: „Sakari einigt sich mit der vielstimmigen Melodie hinter seiner Stirn auf einen Moment der Stille.““

Offenbach-Post, 21. November 2017

 

Marc Copland & Daniel Schläppi, More Essentials – 9. Dezember 2017 

„Einer der vielseitigsten amerikanischen Jazzpianisten kommt nach Frankfurt: Marc Copland. Sein Spiel wird als lyrisch gerühmt, rhythmisch elegant und voller Schönheit. 2010 lernte er in New York den Schweizer Kontrabassisten Daniel Schläppi kennen – und sie spezialisierten sich auf Auftritte als Duo ohne Schlagzeug. (…) Ein Leckerbissen.“

Kulturelle Kurznachrichten, Dez./Jan. 2017/18, Kuratorium Kulturelles Frankfurt

„In vielen Passagen erreicht das gemeinsame Umspielen und Ausloten des thematischen Akkordgerüsts eine Dichte, den Zustand einer unabdingbaren musikalischen Logik und zugleich eine emotionale Kraft, in die man als Hörer unweigerlich hineingezogen wird. Nach gut drei Stunden verlässt man die Romanfabrik in der Gewissheit, etwas ganz Wesentliches erlebt zu haben: Essentials eben.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Dezember 2017

 

Marion Poschmann, Die Kieferninseln – 31. Januar 2017 

„„Die Kieferninseln“ ist ein Roman von meisterhafter Leichtigkeit“: tiefgründig, humorvoll, spannend, zu Herzen gehend. Im Teeland Japan mischen sich Licht und Schatten, das Freudianische Über-Ich und die dunklen Götter des Shintoismus. Und die alte Frage wird neu gestellt: Ist das Leben am Ende ein Traum?

Kulturelle Kurznachrichten, Dez./Jan. 2017/18, Kuratorium Kulturelles Frankfurt

 

Werner Söllner: Ein Abend für den Dichter – 7. Dezember 2017 

„Die Zeitschrift für Literaturkritik „Die Wiederholung“ hat ihr jüngstes Heft (Juli 2017) dem in Frankfurt lebenden Dichter Werner Söllner gewidmet. (…) Zuletzt erschien von ihm der Gedichtband „Knochenmusik“. Das Wort Knochenmusik veranlasste einen der Herausgeber, Alexandru Bulucz, zu einem ausführlich recherchierten wortgeschichtlichen Beitrag. Auch seine Kollegen Leonard Keidel und Paul-Henri Campbell haben Beiträge zu Werner Söllner verfasst. Die Herausgeber stellen ihre Zeitschrift und den Dichter Söllner vor. Werner Söllner liest aus seinen Beiträgen in der Zeitschrift und aus weiteren Werken.“

Faust Kultur, 30. November 2017

 

Nino Haratischwili, Die Barbaren – Monolog für eine Ausländerin – 13. Dezember 2017

„Marusja, die schon lange in Deutschland lebt, schmiedet finstere Pläne gegen die neu ankommenden Flüchtlinge. In ihrem Theaterstück „Die Barbaren – Monolog für eine Ausländerin“ beleuchtet Haratischwili das heutige Europa aus einer weiblichen Perspektive.“ 

Frizz Dezember 2017

 

Simon Zawalinski, Das Bildnis einer Prinzessin – 5. Dezember 2017 

„Meist hat Simon Zawalinski mit humorvollen Geschichten aus dem Leben und aus seinem Leben sein Publikum gebannt. Nun legt er mit Das Bildnis einer Prinzessin einen historischen und einen kunstgeschichtlichen Roman vor. Simon Zawalinski macht sich nämlich auf die Spur nach der Frau, die für das im Frankfurter Städel hängende Bildnis einer Dame von Peter de Kempeneer Modell saß. Und wo sich diese Dame zwischen dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts und der Mitte des 19. Jahrhunderts befunden hat, das streift dieser so kunstvoll wie lebendige Roman auch.“

Weltexpresso, 7. Dezember 2017