Peter Henning, Die Ängstlichen — 15. September 2009

„Hennings präzisen Blick auf die Neurosen des Mittelstands kann man pessimistisch nennen oder realistisch. Sicher jedoch ist, daß dem 1959 in Hanau geborenen Journalisten und Schriftsteller ein beeindruckendes Buch gelungen ist.“

Frankfurter Rundschau, 15. September 2009

„Auszüge aus den 500 Seiten machen klar: Peter Henning ist einer, der schonungslos beschreiben kann – und doch mit seinen Charakteren fühlt. Es klingt glaubhaft, wenn er sagt, daß er sie liebe. Seine Sprache, unerbittlich genau, mit Medizinerdeutsch durchsetzt, bringt ihre Furcht zum Ausdruck. Man merkt, daß der 50-jährige mehr als fünf Jahre daran gearbeitet hat, daß viel von ihm eingeflossen ist. Daß er nicht nur seine Geburtsstadt Hanau, sondern auch bedrückende familiäre Verhältnisse kennt. Und mit dem Thema Angst liegt er auf der Höhe der Zeit.“

Offenbach Post, 17. September 2009


Feridoun Zaimoglu, Hinterland — 29. September 2009

„ ... der Autor, mit äußerst angenehmer Stimme gesegnet, gehört nicht zu denen, die den Lesefluß durch Erläuterungen unterbrechen. So läßt sich das Auditorium hineinziehen in eine Welt voller Zwerge und Ritter, mit Tausendgüldenkraut und Hexenbesen.“

Offenbach Post, 1. Oktober 2009


Herbert Heckmann-Abend. Gedanken eines Katers beim Dösen — Dienstag 20. Oktober

„Er verstand etwas vom Schreiben und vom Schlachten, sprach der Literatur so gerne zu wie einem guten Wein und war, wie alle bezeugen, die ihn noch gekannt haben, zur Freundschaft so begabt wie nur wenige. [...] Die Freundschaft, zu der er fähig war, haben dem 1999 gestorbenen Schriftsteller nun zwei Weggefährten vergolten, die mit ihm im Hessischen Rundfunk eng zusammengearbeitet haben. Zum zehnten Todestag haben Hans Sarkowicz und Heiner Boehncke, einst Heckmanns Redakteure, einen Auswahlband mit Texten aus vier Jahrzehnten herausgegeben, den sie nun in der Frankfurter Romanfabrik vorstellten. Kaum ein Ort hätte passender sein können, denn auch an der Gründung und dem Erfolg dieser Frankfurter Literaturinstitution hatte Heckmann seinen Anteil.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Oktober 2009


Holger Ehling, England, glorious England — 24. November 2009

„Den durchtriebenen Charme des Elfen hat er sich bewahrt. Doch das Mutterland dieses Elementarspuks hat er schon geliebt, bevor er im Studententheater als Shakespeares Puck auftrat. Holger Ehling, fünf Jahre Korrespondent in London, war schon als Schüler ein England-Freak. [...] Ehlings scharfer, bisweilen makabrer Witz lebt von Ironie und Understatement. Die Metaphern sind treffend und plastisch. Sein historisch-soziologischer Ansatz macht die englische Geschichte begreiflich und die englische Küche verzeihlich.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. November 2009


Hannelore Elsner: Monolog der Molly Bloom
Jürgen Wuchner Quartett: Continued Tales of Ulysses — 17. Dezember 2009

„Hannelore Elsner macht den Text atembar. Und sie bringt seine Sinnlichkeit herüber, ohne anstößig zu wirken. Davor, zwischendrin, am Ende immer wieder Wuchners Musik. Spannung und Entspannung, wie es gerade nötig ist. Das Tempo anziehend und drosselnd, unüberhörbar Effekte produzierend, die jedoch nicht Selbstzweck sind. Und – überraschend – mit Humor!“

Offenbach Post, 19. Dezember 2009

„ ... Hannelore Elsner [...] so, wie sie da selbstverständlich sitzt und liest, meint man Molly leibhaftig zu sehen, dieses überschäumende ewig-weibliche Korrektiv aller männlichen Kopfgeburten. [...] ... auch wenn in der Romanfabrik jetzt keine großen formalen oder inhaltlichen Verbindungslinien zwischen Musik und Sprache gezogen werden konnten, so wirkten die Kompositionen von Wuchners Quartett doch wie angemessene atmosphärische Ergänzungen zu Hannelore Elsners Monologen. [...] ... Klangkulisse für Molly Blooms losgelöste Gedanken und Empfindungen und zugleich musikalische Poesie eigenen Rechts. Keine künstlerische Selbstverständlichkeit und deshalb umso nachhaltiger.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2009

„Eine kaum wahrnehmbare Meeresbrise weht zu Beginn durch die Frankfurter Romanfabrik. Ist es ein Klatschen des Wassers im Hafenbecken oder das hohe Kreischen von Meeresvögeln, die sich gegen den Wind stellen? Geräusche, irgendwie verweht, verloren, verträumt. Spitzenbassist Jürgen Wuchner und sein Jazzquartett erschaffen in dieses ersten Minuten der Hommage an James Joyce ’Ulysses’ einen naturhaften, fließenden Klangteppich, der selbst Fußspuren im Meeresstrand abzubilden scheint. [...] Hannelore Elsner verläßt sich auf ihr irrisierendes Timbre und ihr großes Herz. Sie liest die Auszüge mit dem Gestus einer Schlafwandlerin, magisch, locker fließend, sich völlig dem Strom des Bewusstseins ausliefernd [...] Derart sinnlich-besinnlich und hochkarätig besetzt beschloß die Romanfabrik ihr Literaturjahr.“

Main Echo, 21. Dezember 2009

“Die Musik schlendert zuweilen so sorglos daher wie weiland Leopold Bloom durch Dublin und harmonisiert wunderbar mit dem unangestrengten Vortrag Hannelore Elsners. Ein überaus gelungener Jahresausklang in der Romanfabrik.“

Frankfurter Rundschau, 21. Dezember 2009