„... und verfügt mit Michael Hohmann seit 1992 über einen künstlerischen Leiter, der ein Programm macht, zu dem die Musik genauso dazugehört wie die Literatur. Noch immer ab ist die von Hohmann geführte Romanfabrik ein Haus mit Ideen. Zu Hohmanns erfolgreichen Neuerungen des vergangenen Jahres zählt das ‚Philosophische Café’ ... Als Mieter auf dem Areal der ehemaligen Union-Brauerei ist die Romanfabrik seit 1999 am Aufschwung des Frankfurter Ostens beteiligt. Da kann Michael Hohmann stolz zurückblicken: „Wir gehören nicht zu den repräsentativen, sondern zu den initiativen Kultureinrichtungen.“... Auch für das neue Jahr plant Hohmann neue Veranstaltungsreihen. ‚Künstlerfreundschaften’ heißt die erste, die am 11. Januar mit Christoph Hein und Hans-Eckhardt Wetzel beginnt. Dabei geht es um etwas, was ihm schon immer am Herzen gelegen hat: „Mein Lieblingsschwerpunkt ist die Verbindung von Wort und Ton.“ Vor allem aber hat Hohmann sich für dieses Jahr die Verwirklichung eines alten Traums vorgenommen: ein neues Literaturfestival. ‚MetropoLitan’ soll es heißen. Sich in der Bücherstadt Frankfurt dem Erzählen in der Stadt widmen und alle zwei Jahre im Wechsel mit dem städtischen Festival ‚LiteraTurm’ stattfinden. Wenn alles klappt, sollen dann an einem Sommerwochenende vor der Buchmesse zehn Schriftsteller aus den Metropolen der Welt an verschiedenen Orten entlang des Mains lesen und miteinander ins Gespräch kommen ... Zu wünschen wäre, daß Hohmann auch weiterhin Ideen dieser Art entwickelt und in der Stadt auf Unterstützung trifft.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Januar 2007


Christoph Hein & Eckhard Wenzel — 11. Januar 2007

„Wann dürfte man das letzte Mal erlebt haben, daß das Publikum bei einer Lesung in der Romanfabrik ‚Deideideidei’ summt — freiwillig?... ‚Künstlerfreundschaften’ heißt die neue Reihe, die nun mit einem gemeinsamem Auftritt des Schriftstellers Christoph Hein und des Liedermachers Hans-Eckhardt Wenzel ihren Anfang nahm ... nach drei Stunden und einer Zugabe konnte man von einem erfolgreichen Beginn sprechen ... Halb und halb, das war an diesem Abend in der Romanfabrik eine glückliche Kombination.“

Frankfurter Rundschau, 13. Januar 2007

„Eine schöne und grimmige Welt ist es, in der sie sich eingerichtet haben. Christoph Hein, der Schriftsteller, und Hans-Eckhardt Wenzel, der Chansonnier, treffen, so verschieden ihr Werk auch ist, denselben Ton im Reden über die Liebe, das Leben und den großen Rest.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Januar 2007


Heinz Sauer & Wichael Wollny — 13. Januar 2007

„Wollny und Sauer, dieses ‚Traumpaar des Jazz’ ... Wer es nicht erlebt hat, kann es zu Hause wenigstens nachempfinden: Sauers und Wollnys gemeinsame CD Melancholia ist bei Act Music erschienen.“

Frankfurter Rundschau, 15. Januar 2007


Otto A. Böhmer — 23. Januar 2007

„Schreiben, so erläuterte Otto A. Böhmer, sei, wie in einen Kuhfladen zu treten – dieser Quelle auf, und es sei besonders interessant zu beobachten, was rechts und links des Schuhs so sichtbar werde. Sein Roman Der Zuwender ... ist, wie Michael Hohmann von der Romanfabrik es formulierte, ‚die Geschichte einer Republik, die von einem Medienkanzler angeführt wurde’ ... Ob er recherchiert oder nur spekuliert habe, wurde Böhmer nach seinem Vortrag gefragt. Er habe, so antwortete dieser, aus dem Blickwinkel der großen Partei der Nichtwähler geschrieben, hoffe aber trotzdem, daß es in der Politik nicht so zugehe wie bei ihm. Das hoffen wir auch.“

Frankfurter Rundschau, 26. Januar 2007


Christof Lauer Trio — 25. Januar 2007

„Gute Live-Musik hat immer etwas Physisches, besonders wenn Blasinstrumente im Spiel sind und eines dieser Blasinstrumente eine Tuba ist, die zudem von Michel Godard gespielt wird, voller rhythmisch-melodischer Präsenz... und erst recht, wenn Christof Lauer Sopran- und Tenor-Saxophon spielt und man seine Atempausen so wenig hört, daß man sich fragt, woher er... die Luft nimmt für diese klanglich und melodisch vielschichtig gestalteten, schwerelos und kraftvoll zugleich wirkenden Phrasierungen; und wenn dann auch noch Garry Husband am Schlagzeug sitz, die dem eine hohe rhythmisch-klangliche Ereignisdichte nicht mit lautem Dengeln einher geht. Wenn all das zusammenkommt, dann bekommt Live-Musik sogar manchmal etwas Metaphysisches. Der kleine Konzertsaal der Romanfabrik... ein Klangraum, den sich die Musik selbst geschaffen hat in jedem ihrer Hörer... dieses Trio (ist) ein Meilenstein.““

Frankfurter Rundschau, 17.Januar 2007

„Der Frankfurter Christof Lauer ist einer der wichtigsten Tenorsaxophonisten europaweit... ’Blues in Mind“ heißt sein neues Trio-Album mit Michel Godard (tuba, serpent) und Gary Husband (drums, piano). Im kammermusikalischen Kleinformat werden schöne dunkel brodelnde Atmosphären entwickelt, aus denen sich dann majestätisch der hymnisch schneidende und facettenreiche Tenor-Sound von Lauer erhebt – und mitunter gibt es dabei gefährlich intensive Hautabschürfungen der Seele. Intensitäten wie sie im Kleinformat so nur selten erzeugt werden.“

hr2 kultur


Hermann-Peter Piwitt — 30. Januar 2007

„[Piwitts] Sprache, so stellte Romanfabrik-Leiter Michael Hohmann fest, entspringe nicht der Verzweiflung, sondern dem Mitleid mit den Verzweifelten... Er habe sich, so sagte der Autor später, vorgestellt, was mit nach 1989 hätte passieren können, welche Art von Leben ihm gedroht hätte, wenn Freunde nicht geholfen hätten. Ernannte die Namen Gisela Elsner und Lothar Baier, beide durch Selbstmord gestorben. Piwitt ist noch und wieder da, das ist die gute Nachricht.““

Frankfurter Rundschau, 2. Februar 2007


Hellmuth Karasek — 7. Februar 2007

„In der gut gefüllten Romanfabrik unterhielt Karasek sein Publikum mit einer Lesung aus seinem neuen Buch ’Süßer Vogel Jugend’. Ein ironischer Titel, versteht sich — immerhin hat Karasek die magische Grenze von siebzig Jahren bereits überschritten ... Karasek nähert sich dem Thema anekdotisch ... Das Alter – für Karasek tragisch und lächerlich zugleich. Tragisch wie im Fall seines Vaters, der dank des medizinischen Fortschritts noch zehn Jahre litt, nachdem er 80 Jahre gelebt hatte. ‚Das zweite Alter’ nennt Hellmuth Karasek diesen neuen Zustand ... Der niedersächsische Ministerpräsident besuche im übrigen keine Hundertjährigen mehr, berichtete Karasek abschließend – es gebe einfach zu viele davon. Wo soll das nur hinführen?“

Frankfurter Rundschau

„Den Erzählungen in diesem Band hat Karasek ein Zitat Goethes vorangestellt: ‚Gerne der Zeiten gedenk’ ich, da alle Glieder gelenkig — bis auf eins. Doch die Zeiten sind vorüber, steif geworden alle Glieder – bis auf eins.’ Mit allerlei Widersprüchlichkeiten befaßt sich dann auch Karasek, dem des Altern – er ist immerhin schon 73 Jahre alt — nicht geschadet hat ... Lebhaft liest er, streut immer wieder Anekdoten ein und erzählt auf Zuruf noch mehr ... Auf die Frage eines Besuchers, ob er das Altern denn nun als Lust empfinde, regiert Karasek mit einer nahezu weisen Antwort: Altern sei immer noch das einzige ihm bekannte Mittel, um lange zu leben.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Februar 2007


Aldo Romano-Trio — 8. Februar 2007

„Der italo-französische Schlagzeuger Aldo Romano und sein Trio ... gastierten in der Romanfabrik. Aldo Romano zählt zu den Protagonisten des europäischen Jazz. Anfänglich als Gitarrist , bald als Schlagzeuger trat er an der Seite einer imposanten Reihe europäischer und durchreisender amerikanischer Größen in Erscheinung. Immer wieder hat er sich in seinen Gruppen auch mit jungen Musikern zusammengetan. Auch sein derzeitiges Trio ist mit Musikern der mit etwas über dreißig Jahren noch jungen Generation besetzt ... Vermutlich ist an Aldo Romano ein großer Gitarrist verlorengegangen, allemal aber ein großartiger Sänger ... Eine mit genretypischer Phrasierung und Geste vorgetragenes Chanson in der Zugabe gehörte zu den stärksten Momenten des Abends.“

Frankfurter Rundschau, 12. Februar 2007


Helmut Lethen — 13. Februar 2007

„Ein Handout? Das gibt es doch sonst nur an der Uni. Aber die Situation in der Frankfurter Romanfabrik hatte durchaus etwas von einem Oberseminar: Helmut Lethen, Literaturwissenschaftler an der Universität in Rostock, war zu Gast, um sein im vergangenen, dem Benn-Jahr erschienenes Buch Der Sound der Väter. Gottfried Benn und seine Zeit vorzustellen. Er bediente sich dabei optischer und akustischer Unterstützung — mittels Projektor an die Wand geworfene Bilder, eingelesene Gedichte; Tonbeispiele, unterlegt von sanften Cool-Jazz-Rhytmen ... Eine Biographie habe er nicht schreiben wollen, erklärte Lethen, also habe er versucht, Episoden zu erzählen, Geschichten, und sich gleichzeitig ‚diesen genialen Dreckskerl’ vom Leib zu halten ... Irgendwann hört Lethen einfach auf zu reden. Man sah auf die Uhr und bemerkte ungläubig, daß 90 Minuten um waren und das Seminar zu Ende. Schade.“

Frankfurter Rundschau, 16. Februar 2007


Peter Ludwig — 24. Februar 2007

„Eben noch zu Gast in Paris am Théâtre de la Madeleine, wo er die Bühnenmusik zu August Strindbergs ‚Totentanz’ (mit Charlotte Rampling) schrieb, steht Peter Ludwig nun auf der kleinen Bühne der Romanfabrik ... Chansons hat er komponiert für Salome Kramer und Hanna Schygulla, Lesungen von Iris Berben und Senta Berger am Klavier begleitet ... Ein Kaffeehaus-Liebhaber und Flaneur sitzt hier am Klavier, der sich am Piano um die Welt spielt. Fingerspitzen-Gefühle, sein aktuelles Programm, ist ein Strauß launiger Preludes, locker verbunden mit einer sachten Moderation aus melancholischen und skurrilen Alltagsbeobachtungen ... Comedy und Klamauk spart er aus, zeigt sich aber als begabter Pantomime, wenn er mit wilden Griffen in die Tasten den Klavier-Neurotiker gibt ... Salonmusik hat bei ihm Ecken und Kanten, hier ein wenig Erik Satie, dort ein bißchen Nino Rota, und immer wieder Distanz zu großen Gefühlen. Wenn’s denn einmal pathetisch geworden ist, dann hat er auch die nötige Chuzpe, um mit zwei, drei frechen Griffen andere Saiten aufzuziehen.“

Frankfurter Rundschau 26. Februar 2007


Ellen Klinghammer — 17. Februar 2007

„Man könnte die Musik von Ellen Klinghammer mangels einer griffigeren Formel ganz neudeutsch Singer-Songwriter-Jazz-Pop nennen. Sie hat den Blues, die Dynamik des Rock’n’Roll, die Melancholie von Balladen, die rhythmische Verspieltheit von Drum’n’Bass, den Zauber der Poesie. ‚Für Ellen macht man am besten eine ganz neue Schublade auf, auf der ganz einfach Klinghammer steht’, war das bis dato größte Kompliment eines Kritikers.“

Frankfurter Neue Presse, 16. Februar 2007


Marco Wehr (Philosophisches Café) — 15. Februar 2007

„Kindheit, wohin bist du entschwunden? Vorbei die Zeit des süßen Müßiggangs, der verträumten Stunden. Der Ernst des Lebens hat längst begonnen. Was bleibt ist die Erinnerung an vergangene Tage. Gibt es einen Weg zurück in jene Zeit der unbeschwerten Heiterkeit? Durchaus, glaubt Marco Wehr, der im ‚Philosophischen Café’ in der Frankfurter Romanfabrik aus seinem neuen Buch Welche Farbe hat die Zeit? Wie uns Kinder zum Denken bringen las. Das Motto des Abends ‚Werdet wie die Kinder’, sei kein Bekenntnis zur Infantilität, stellte der Philosoph und Naturwissenschaftler Wehr klar. Vielmehr stünden Kinder für Lernbereitschaft und Offenheit — eine Eigenschaft, die im Zen-Buddhismus ‚Anfängergeist’ genannt wird.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Februar 2007


Eckhard Henscheid — 13. März 2007

„Es scheint, gerade in einer kleinen Stadt wie Frankfurt, eine Art von innerer Gesetzgebung zu existieren. Eine der damit verbundenen Regeln lautet: Ein Jahr ohne eine Lesung mit Eckhard Henscheid ist ein verlorenes Jahr ... Dieses Mal machte er sich (und das trotz offensichtlicher Erkältung) in die Romanfabrik auf, um seine Texte unter das dankbare Volk zubringen, und es war wie stets lehrreich und recht amüsant ... Einen Auszug gab es auch aus einem Werk in Progress: ‚Au weia. Ein Infantilroman’, der sich mit dem Leben der nicht völlig fiktiven Tennisspielerin Heidi (die nicht Steffi heißt), beschäftigt, hat nach Angaben des Autors den Zweck, ‚die deutsche Sprache in größtmöglicher Scheußlichkeit einzusetzen’. Nach dem ersten Kapitel muß man eingestehen, daß das Vorhaben in Vollendung geglückt ist.“

Frankfurter Rundschau, 15. März 2007


Dževad Karahasan — 27. März 2007

„Das bosnische Haus beginnt mit dem Hof, einer Pufferzone zwischen Heim und Straße, einem Grenzbereich zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. Jedes Zimmer hat eine Bedeutung, die Räume für Frau und Kinder bilden die Seele des Hauses. Zumindest war das früher so, erinnert sich Dževad Karahasan, der nun in der Frankfurter Romanfabrik aus seinem neuen Buch Berichte aus der dunklen Welt las. Seit dem Krieg wurden in Sarajewo viele Gebäude zerstört. Heute errichtet man die Häuser direkt an der Straße, die Höfe gehen verloren. Vielleicht kommt die kulturelle Zäsur des Landes nirgends so deutlich zum Vorschein wie in der Architektur. ‚Unser Leben spielt sich in Schaufenstern ab’, so das resignierte Resumee des bosnischen Autors angesichts der modernen Wohnkultur in seiner Heimatstadt. Die Berichte aus der dunklen Welt sind vier Erzählungen über die Vergangenheit und Gegenwart jenes angeblich finsteren Bosniens.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. April 2007


Raoul Schrott — 19. April 2007

„Raoul Schrott ... hat ein Bergbauerngesicht und auch die Statur dazu. Die großen Reisenden vergangener Zeiten scheinen ihn zu ihrem Universalerben bestimmt zu haben. Etwas Unzeitiges führt Schrott mit sich. Man nimmt ihm ab, daß er in der Antike zuhause und da so klug geworden ist, daß er sämtliche Emanationen der Gegenwart ganz leicht auffaßt. Bereits in seinen einleitenden Bemerkungen baute sich ein Humboldtscher Wissensturm auf.“

Frankfurter Rundschau, 21. April 2007


Laurence Sterne: Tristram Shandy — 25. April 2007

„...in der Frankfurter Romanfabrik...stellten Herausgeber Wolfgang Hörner, Übersetzer Michael Walter und der Anglist Klaus Reichert, Präsident der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung, eine neue Übersetzung des ’Tristram Shandy’ vor... Walter hat ein ganz eigenes Deutsch gefunden. Es klingt zwar heutig, lehnt sich aber zugleich an die Sprache des 18. Jahrhunderts an. Ein kurioses Kabinettstück lieferte er mit seinem bühnenreifen Vortrag jenes skurrilen Ehevertrags, dem der ’verrückte’ Yorkshire-Bub letztlich seine Nase verdankt. Verstehen konnte man das, was Walter da herunterratterte wie einen Schiffskatalog nicht, aber die grandiosen Bandwurmsätze gaben einen Einblick in Sternes beinahe schon dadaistische Nonsens-Spielerei. Extra-Applaus honorierte den Übersetzer für das gelungene Wagnis...“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Mai 2007


Kristiina Tuomi — 3. Mai 2007

„Michael Hohmann, der den Konzerten in der Romanfabrik gerne ein paar Worte vorausschickt, reiht sich mit seiner Eloge auf Kristiina Tuomi ein in die Riege von Jazz- wie Popkritikern, die lobende Worte für das Debütalbum der deutsch-finnischen Sängerin fanden. Schon mit ’Tightrope Walker’, ihrer ersten Veröffentlichung unter eigenem Namen, hatte die Sängerin aus Berlin einen Riesenerfolg bei Presse und Publikum... Klare und facettenreiche Lieder in englischer Sprache stellt Kristiina Tuomi vor, eine feinsinnige Melange aus Akustikpop und Folkjazz. Songs, die in ihrer Eindringlichkeit erinnern an die nachtblaue Musik einer Laura Nyro.... William Shakespeare oder Edgar Allan Poe liefern die Texte...“

Frankfurter Rundschau, 5. Mai 2007


György Konrád — 9. Mai 2007

„...György Konrád las bei seinem ruhigen, gelassenen, humorvollen und abgeklärt-souveränen Auftritt über eine Stunde... Die Würze der kurzen Texte liegt in den philosophischen Schlüssen, den poetischen Bildern... Bescheiden nahm er den warmen Beifallsregen entgegen und beantwortete bereitwillig die Fragen des Publikums. Als dann aber die Zuschauer gebeten wurden, zum Signieren seiner Bücher auf das Podium zu kommen, meinte er trocken, er käme lieber selbst zu den Lesern. In dieser demütigen Geste zeigte sich seine menschliche Größe, die in seiner Autobiographie, in Höhen und Tiefen, immer wieder durchscheint.“

Frankfurter Neue Presse, 11. Mai 2007

„...Ein Grenzgang zwischen Autobiographie und Fiktion ist es, den der ungarische Schriftsteller György Konrád in seinem neuen Buch ’Das Buch Kalliagro’... unternimmt. Michael Hohmann, Leiter der Frankfurter Romanfabrik, beschrieb das Buch als ’eine nichtlineare autobiografische Form’... Befragt zu seinem Verhältnis zu Kalliagro antwortete Konrád im Anschluß an seine Lesung mit einem Bild – ein geschriebener Satz sei wie ein Ball. Man werfe ihn, um ihm dann hinterherzulaufen in der Hoffnung, ihn irgendwann einzuholen. Und auch er laufe sich stets hinterher. Ob man allerdings auch sich selbst irgendwann einzuholen vermag, das verriet György Konrád nicht.“

Frankfurter Rundschau, 17. Mai 2007


Peter Prange — 16. Mai 2007

„...Peter Prange, Tübinger Philosoph und Romancier... entpuppte sich als redegewandter Alleinunterhalter im ’Philosophischen Café’ der Frankfurter Romanfabrik... Für Prange besteht der gemeinsame Rahmen für die Europäer darin, sich immer wieder über die alten Werte als Orientierungsgrößen neu zu verständigen...“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Mai 2007


...bye, bye, mein lieber Herr — 23. Mai 2007

„...’Bye, bye, mein lieber Herr...’ ist ein deutsch-amerikanischer Liederabend. Das US-Generalkonsulat in Frankfurt unterstützt die Produktion, die nach Amerika reisen soll, wow, zuerst aber dürfen jetzt die Frankfurter zuhören. Kordes und Fischmann singen... Am Flügel sitzt Thorsten Larbig und singt manchmal auch. Viele Lieder sind sehr anständig, das heißt unanständig... Die Knaller des Abends sind die langen Potpourris... Fischmann und Kordes werfen sich... die Singstimme manchmal zu wie ein Bällchen, und dann muß man keineswegs nicht in die Ferne schweifen, um alle zu beneiden, die sich gut verstehen.“

Frankfurter Rundschau, 25. Mai 2007


Reinhard Kaiser — 30. Mai 2007

„Die Brockhaus-Ausgaben der Jahre 1935 und 1949 unterscheiden sich geradezu fundamental: Wo einst ’Handgranate’ stand findet sich nun ein Eintrag zu ’Hamster’. ’Gasmaske’ wurde ersetzt durch ’Gasometer’, ’Maschinengewehr’ durch ’Markise’. Und auch das 1935 ausführlich erklärte ’Hakenkreuz’ war verschwunden; statt dessen erklärte der Brockhaus nun, in gleicher Zeilenlänge, damit der Umbruch nicht gestört wurde, den ’Hakenzahn’, der sich angeblich zwischen Eck- und Backenzähnen befinden soll. Das ist nur eine der sprechenden und amüsanten Geschichten aus der Nachkriegszeit, die der in Frankfurt lebende Autor Reinhard Kaiser in seinem neuen Buch ’Kindskopf’ erzählt. In der Frankfurter Romanfabrik las Kaiser nicht nur daraus vor, sondern begleitete seinen Vortrag auch auf dem Flügel – während Kaisers Klavierstimmer im Publikum saß und zuhörte. Der Flügel war mehr als bloßes Dekor, sein Einsatz untermalte vielmehr die einzelnen Passagen auch inhaltlich. Mit einem Boogie ließ Kaiser seinen kurzweiligen und abwechslungsreichen Abend ausklingen.“

Frankfurter Rundschau, 1. Juni 2007


Europäisches Autorenfest — 14. Juni 2007

„Der Ire Samuel Beckett schrieb Französisch. Der schöne ’Godot’-Satz ’We always find something to give us the impression we exist?“ entspricht einer Übersetzung – in Becketts Muttersprache. Auch Joseph Conrad und Vladimir Nabokov verfassen ihre Hauptwerke in einer ’Adoptivsprache’, um einen Schlüsselbegriff des Europäischen Autorenfestes anzuführen. Die mehrtägige Veranstaltung wird vom Istituto Italiano di Cultura, vom Institut Français und der Romanfabrik nicht zuletzt im Frankfurter Literaturhaus ausgerichtet. ..“

Frankfurter Rundschau, 16. Juni 2007