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Im Jahre 1998 zeichnete sich auch die sicherlich bedeutsamste Veränderung in der Geschichte der Romanfabrik ab. Der Mietvertrag für den Keller in der Uhlandstraße lief aus. Es ergab sich zu dieser Zeit ein Kontakt zu Ardi Goldman, Frankfurter Großinvestor. Er plante, das Gelände des ehemaligen Frankfurter Brauhauses auf der Hanauer Landstraße neu zu gestalten und hielt es für wünschenswert, dort auch einer Kultureinrichtung Platz zu bieten. Nach langem Nachdenken und zahlreichen Diskussionen im Vorstand und auf Mitgliederversammlungen entschloß sich der Verein Romanfabrik, das Wagnis einzugehen, den Umzug an diesen neuen Ort im Ostend zu wagen. Die Nachteile — Aufgabe des alten Standortes, größere Entfernung von der Stadtmitte — erhielten den Vorzügen gegenüber — größere und angemessenere Räumlichkeiten — letztlich das Nachsehen. Aber das Projekt „Union“ war noch im Bau, das heißt, der geplante Einzugstermin Herbst 1998 verzögerte sich mindestens um ein Jahr.

Die alten Räume waren gekündigt, die neuen noch nicht fertig. Hohmann und Lentes verlegten das Büro in ihre jeweiligen Privatwohnungen. Und zwei Off-Spielstätten waren auch bald gefunden. Michael Hohmann konnte die musikalischen Abende in der Aula der Frankfurter Akademie für Kommunikation und Design in der Ostparkstraße veranstalten. Und bei den literarischen Veranstaltungen griff einmal mehr Dieter Engel der Romanfabrik unter die Arme. Der Nachtclub „West-Östlicher Diwan“ in der Oskar von Miller-Straße mit seiner Stripteasebühne und den plüschigen roten Sofas bot den Autoren und dem literarisch interessierten Publikum erotisches Flair. (Der alte Keller der Romanfabrik übrigens ist die Literatur nicht ganz losgeworden. Engel eröffnete im Herbst 1999 dort seine Bar „Venusberg“, ein erotisches Bilderkabinett, in dem seitdem jeden Donnerstag Schauspieler erotische Texte lesen.)